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Radio Hamburg

Schuljahresstatistik

Mehr Schüler und Lehrer an Hamburgs Schulen

Hamburg, 15.02.2017
Inklusion in der Schule

Laut Schuljahresstatistik haben derzeit fast 46 Prozent der Hamburger Schüler einen Migrationshintergrund. Mit insgesamt mehr als 191.000 ist die Zahl der Hamburger Schüler derzeit so hoch wie nie. 

Hamburgs Schüler werden immer mehr. Erstmals zählt die Behörde mehr als 190.000 Kinder und Jugendliche an den allgemeinbildenden Schulen.

Die Zahl der Kinder und Jugendlichen an Hamburgs allgemeinbildenden Schulen ist auf einen neuen Höchststand geklettert. "Erstmals haben wir an den allgemeinbildenden Schulen die 190.000er-Zahl durchbrochen, sind jetzt bei 191.148 Schülern", sagte Schulsenator Ties Rabe (SPD). Rund 60 Prozent des Zuwachses um rund 2530 Schüler erkläre sich durch die Einschulung von Flüchtlingen. Ebenfalls gestiegen sei die Zahl der Pädagogen. Insgesamt gebe es 13.191 Lehrerstellen und weitere 2068 Stellen etwa für Sozialpädagogen und Erzieher - 234 mehr als im Jahr zuvor.

Hoher Migrantenanteil

Insgesamt betrage der Migrantenanteil unter den Schülern 45,9 Prozent. Dabei sind entweder die Jugendlichen selbst oder mindestens ein Elternteil im Ausland geboren. Hamburg liege damit mit den anderen Stadtstaaten Bremen und Berlin weit vor allen anderen Bundesländern. Im Nachbarland Schleswig-Holstein etwa liege die Migrationsquote bei 12 bis 15 Prozent, sagte Rabe.

Ganztagsangebot beliebt

Rechnerisch kümmere sich ein Pädagoge derzeit um 10,8 Stadtteilschüler, um 12,3 Grundschüler oder um 14,9 Gymnasiasten. Die Klassengrößen liegen in den Grundschulen bei durchschnittlich 20,6 Schülern, in den Stadtteilschulen bei 23,4 Schülern und bei 26,4 Schülern an den Gymnasien. Weiter großer Beliebtheit erfreut sich das Ganztagsangebot in Hamburg. Bei den Grundschulen liege die Teilnahmequote inzwischen bei knapp 82 Prozent. "Sie können daran sehen, dass es schon schwierig ist, nachmittags freilaufende Grundschüler zu finden."

Auch Schüler ohne Abschluss

Nah Angaben des Schulsenators steigt auch die Zahl der Abiturienten weiter an, allerdings nicht mehr so stark wie in früheren Jahren. Die Quote habe in den vergangenen vier Jahren zwischen 54,5 und 57,5 Prozent gelegen. Ursache für die hohe Abiturquote sei der Rückgang des mittleren Schulabschlusses von 23 Prozent 2010 auf 18,5 Prozent. Ganz ohne Abschluss waren im vergangenen Schuljahr 992 Schüler oder 5,8 Prozent geblieben. "Allerdings: (...) Die Hälfte von denen, die ohne Schulabschluss die Schule verlassen, schaffen es im zweiten Anlauf zwei Jahre später an den Berufsschulen", sagte Rabe.

Sonderpädagogischer Förderbedarf

Den sonderpädagogischen Förderbedarf an den Schulen bezifferte Rabe auf 6,9 Prozent aller Schüler. Fast zwei Drittel - 64 Prozent oder 8507 Schüler - von ihnen besuchten im Rahmen der Inklusion eine allgemeinbildende Schule. Der Rest - 4735 Kinder - gingen auf eine Sonderschule. Beim überwiegenden Teil von ihnen handele es sich um Schüler mit einem sonderpädagogischen Förderbedarf in den Bereichen Lernen, Sprache und emotionale Entwicklung (LSE).

CDU und FDP üben Kritik

Die CDU-Schulexpertin Karin Prien sprach von immensen Herausforderungen für das Schulsystem, für das Rot-Grün bislang jedoch keine überzeugenden Argumente habe. "Genannt seien 50 Prozent Schüler mit Migrationshintergrund und an mancher Schule sogar bis zu 100 Prozent, die zusätzliche Integration von Flüchtlingen in die Regelklassen und gleichzeitig der weitere Ausbau der inklusiven Beschulung." Ihre FDP-Kollegin Anna von Treuenfels-Frowein betonte: "Die mittleren Abschlüsse müssen gestärkt werden und das Abitur braucht wieder eine hohe Qualität." Für die AfD sind kleinere Klassen nur eine Scheinverbesserung. Aus ihrer Sicht müsste es stattdessen eine stärkere Differenzierung nach Leistung und Potenzial geben. (dpa)