Es gibt neue Inhalte auf unserer Startseite - jetzt aktualisieren! [Schließen]
Radio Hamburg

Grüner Lichtblitz

Meteor verglüht über Bad Oldesloe

Hamburg, 07.11.2017

Habt ihr den grünen Blitz am Hamburger Nachthimmel am Montagabend (06.11.) vielleicht auch gesehen? Dahinter könnte, laut Wetterexperten, ein spektakuläres Himmelsphänomen.

Nanu? Polarlichter über Hamburg? Ein Event bei Studio Hamburg in Tonndorf? Werder Bremen baut ein neues Stadion? Oder am Ende doch der erste Kontakt mit Außerirdischen? Eine grüne Lichterscheinung über dem Osten Hamburgs hat am Montagabend (06.11.) für Verwirrung in der Hansestadt gesorgt. Gesichtet wurde der grüne Lichtblitz auch in Buxtehude und in Stade. Was aber steckt hinter dem Phänomen?

Meteor verglüht in Atmosphäre

Wortwörtlich Licht ins Dunkle bringt Wetterexperte Frank Böttcher, der erklärt: "Wir gehen davon aus, dass sich tatsächlich um einen kleinen Meteoriten gehandelt hat und dann verglüht ist." Demnach sei der Gesteinsbrocken aus dem All um 22:34 Uhr in die Atmosphäre eingetreten und direkt über Bad Oldesloe verglüht. Eventuell könnten sogar Reste des Meteoriten auf die Erde gestürzt sein, was laut Böttcher allerdings eher unwahrscheinlich sei. Allerdings: wir sprechen hier wirklich von einer Theorie, stichhaltige Beweise gibt es nicht.

Selbst kleine Brocken können viel Licht erzeugen

Wie groß der kosmische Besucher tatsächlich war, ist unklar. Aber selbst kleinste Meteoriten, die nicht größer als eine Murmel sind, können derartige, weithin sichtbare Lichtblitze erzeugen. "So ein kleiner Stein erhitzt sich auf dem Weg in die Atmosphäre so stark, dass dieser anfängt zu glühen und dann der komplette Schmelzprozess einmal durchlaufen wird. Das reicht aus, um so viel Licht zu produzieren," so Wetterexperte Frank Böttcher. Welche Farbe der Meteorit beim Schmelzen erzeugt, hängt dann davon ab, aus welchen chemischen Materialen der Stein besteht. So seien laut Experten gelbe, rötliche und auch eben grüne Lichterscheinungen möglich.

Sternwarte und Planetarium widersprechen

Sebastian Kohl Astrophysiker von der Sternwarte Hamburg widerspricht der Darstellung von Böttcher allerdings: "Einen Himmelskörper halte ich eher für unwahrscheinlich. Himmelskörper bilden eher Schweife, die zu sehen sind und sehen nicht so großflächig aus. Auf dem Bild scheint es zudem bewölkt zu sein. Der Eintritt eines Himmelskörpers findet in großer Höhen statt. Das heißt, dass der Bereich, bei dem das in Frage kommt, komplett von Wolken bedeckt ist." Gesichtet wurde das Himmelsobjekt allerdings auch von zahlreichen Menschen in Dänemark, sodass an der Meteoriten-Theorie tatsächlich etwas dran sein könnte.

Habt ihr vielleicht auch Bilder von dem verglühenden Meteoriten schießen können? Dann postet sie doch direkt auf unsere Facebook-Seite, mailt sie uns an foto@radioahmburg.de oder schickt uns eine WhatsApp. Die schönsten Bilder veröffentlichen wir dann auf unserer Website! 

(san)

comments powered by Disqus