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Radio Hamburg

Stillstand am Flughafen

Flucht aus Abschiebehaft sorgt für Chaos am Airport

Hamburg, 10.11.2017
Flughafen Airport Menschen auf Rollfeld

Chaos am Hamburger Flughafen, nachdem zwei Abschiebehäftlinge in der Nähe des Airports entkommen konnten.

Eine Stunde Stillstand am Hamburger Flughafen: Aus einer Abschiebe-Unterkunft am Airport flüchten zwei Menschen angeblich aufs Rollfeld und lösen damit einen größeren Einsatz der Bundespolizei aus.

Acht Flüge gestrichen, zwölf Flüge verspätet: Die Flucht von zwei Menschen aus einer Abschiebe-Einrichtung am Hamburger Airport hat am Donnerstagabend (09.11.) erhebliche Probleme im Flugbetrieb verursacht. Einer der beiden konnte nach Angaben der Hamburger Innenbehörde schnell gefasst werden, nach dem anderen wurde am Freitagmorgen (10.11.) noch gesucht. Am Hamburger Flughafen war vor etwa einem Jahr die bundesweit erste Abschiebe-Unterkunft eröffnet worden. 

Polizei sucht Rollfeld ab

Nach Angaben des Flughafens und der Bundespolizei wurde der Flugverkehr um 20.15 Uhr eingestellt, weil es Informationen über eine Flucht auf das Rollfeld gab. Einsatzkräfte der Bundespolizei suchten das Areal ab, die Flughafenfeuerwehr leuchtete nach Angaben eines Bundespolizeisprechers das Rollfeld mit Scheinwerfern aus. Polizeisprecher Timo Zill erklärte, dass zwei Personen gegen 19.00 Uhr angeblich das Rollfeld betreten hätten. Eine Person sei danach in Gewahrsam genommen worden, die zweite sei flüchtig. Um 21.35 sei die Suche beendet worden.

Passagiere müssen warten

Am Flughafen wurden die aufgeschobenen Flüge dann nach und nach abgearbeitet. Die Passagiere mussten in der Zwischenzeit im Terminal warten. "Das ist für die Fluggäste unangenehm, aber die meisten haben Verständnis, weil es sich um eine Sicherheitsfrage handelt", sagte Sprecherin Janet Niemeyer.

Maschinen umgeleitet

Nach Informationen der Flugsicherung in Bremen wurden vier Maschinen, die ursprünglich in Hamburg landen sollten, dorthin umgeleitet. Ein Sprecher des Flughafens Hannover teilte mit, weitere acht Maschinen seien in der niedersächsischen Landeshauptstadt gelandet.

(dpa/san)