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Radio Hamburg

Sturmchaos bei der Bahn

Müssen Bäume an den Gleisen weichen?

Hamburg, 30.10.2017
Umsturzgefährdeter Baum zwischen Dammtor und Hauptbahnhof

Immer wieder stürzen Bäume während eines Sturms auf Gleise - das soll laut Grünen-Poltiker Tjarks ein Ende haben.

Jedes Mal das gleiche Spiel: Zieht ein Sturm über den Norden, bricht flächendeckend der Bahnverkehr zusammen. Grünen-Fraktionschef Anjes Tjarks schlägt vor, Bäume an den Strecken zu fällen.

"Sebastian", "Xavier" und jetzt "Herwart": Namen tragen die Stürme, die in den letzten Monaten über den Norden hinwegfegen sind, immer andere. Die Ausmaße bei der Bahn sind allerdings meistens dieselben. Sobald ein Sturm über Deutschland hinwegzieht, scheint flächendeckend für Tage der Bahnverkehr zusammenzubrechen, was jedes Mal zu reichlich Frust bei Reisenden und Pendlern führt. Jetzt fordert ein prominenter Grünen-Politiker: Weg mit den Bäumen an Schienen!

Sträucher statt Bäume

Durch umgestürzte Bäume, Ästen auf den Gleisen oder Oberleitungen kommt es während und vor allem nach Stürmen im Norden häufig zu massiven Verspätungen und Ausfällen im gesamten Nah- und Fernverkehr. Ein Problem, an dem natürlicherweise die vielen Bäume an den Gleisen verantwortlich sind. Aus diesem Grund fordert Hamburgs Grünen-Fraktionschef Anjes Tjarks, Bäume entlang der Gleise zu fällen und "dass man zunächst einmal links und rechts der Gleise eher nur Büsche anpflanzt und daneben Hölzer, die nicht höher als 12 bis 13 Meter werden, damit sie nicht auf die Bahnschienen fallen können." Er räumt allerdings ein, dass man erst danach in einem zweiten Schritt auch Bäume an den entsprechenden Stellen fällen sollte. Für dieses Pflegekonzept an den Gleisen müsse man allerdings auch bereit sein Geld in die Hand zu nehmen, damit die Bahn stabil und immer fahren könne. Als positives Beispiel nannte er die Schweiz, wo es bereits ein umfassendes Konzept für wichtige, priorisierte Bahnstrecken geben würde. 

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Hamburg tagelang per Bahn nicht mehr erreichbar

Für seinen Vorschlag musste der Grünen-Politiker bei Facebook bereits heftige Kritik einstecken. "Es kann nicht sein, dass die Bahn innerhalb von fünf Monaten bereits das vierte Mal den Zugverkehr in und um Hamburg komplett einstellt. Auch wenn das Naturschutzherz etwas weh tut: Wenn man die Verkehrswende will, dann muss die Bahn verlässlich sein - auch wenn man dafür Bäume fällen muss", schrieb er am Montagmorgen (30.10.) auf seinem Facebook-Profil und zog damit den Zorn vieler Naturschützer und Grünen-Wähler auf sich. Er rechtfertigte sich, dass die Verkehrswende nur mit Verkehrsmitteln gelingen könne, die auch bei Wind und Wetter fahren. "Wenn man will, dass mehr Menschen die Bahn benutzen, dann muss die Bahn auch ein stabiles, sicheres und immer verfügbares Verkehrsmittel sein." Es sei schlichtweg nicht hinnehmbar, dass Hamburg als wichtigste Stadt in Norddeutschland tagelang nach Stürmen nicht mehr per Bahn erreichbar sei.

Notwendig oder überflüssig?

Was meint ihr? Ist es wirklich notwendig, dass Bäume an den Gleisen gefällt werden, damit die Bahn auch zukünftig während Stürmen zuverlässig und sicher fahren kann? Stimmt jetzt in unserem Trendcheck ab und erzählt uns eure Meinung in den Kommentaren!

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