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Radio Hamburg

Überlastung der Polizei

Innensenator Andy Grote spricht Klartext

Hamburg, 25.10.2017
Polizei Hamburg Übung G20

Steht die Hamburger Polizei kurz vor dem Kollaps? 

Ist die Hamburger Polizei durch Personalmangel am Rande ihrer Belastungsgrenze? Im Radio Hamburg Exklusivinterview bezieht Innensenator Grote zu den Vorwürfen Stellung.

"Ja, es knirscht an einigen Stellen" - das hat Hamburgs Polizeipräsident Ralf Meyer Ende Oktober im "Abendblatt"-Interview gesagt und damit die Debatte um die Arbeitsbelastung der Hamburger Polizei neu eröffnet. Denn seit Monaten ist die Hamburger Polizei mit Sonderaufgaben beschäftigt - vor allem der G20 Gipfel und die Aufarbeitung bindet Kräfte, die die Polizisten an den Rand der Arbeitsfähigkeit führen. Der Bund Deutscher Kriminalbeamter in Hamburg schlägt im "Abendblatt" Alarm und sagt, die Bekämpfung der Alltagskriminalität ist massiv betroffen. Doch wie sieht die Realität aus? Führen die Arbeitsbelastung und der Personalnotstand wirklich dazu, dass in Hamburg das Verbrechen schalten und walten kann, wie es will?

Andy Grote im Radio Hamburg Interview

Ganz klar widerspricht Grote dieser Darstellung im Interview mit Radio Hamburg und erklärt: "Dieses Bild, dass in Hamburg praktisch nicht mehr ermittelt werden kann und dass man im Grunde gar keine Strafanzeige mehr erstatten muss, ist grober Unfug. Das ist ein völlig unverantwortliches Untergraben des Vertrauens der Menschen in die Arbeit der Polizei." Dass momentan allerdings auch bei der Polizei die eine oder andere Aufgabe liegen bleiben kann, ist richtig, so Grote: "Immer nur da, wo nicht die Effektivität der Kriminalitätsbekämpfung gefährdet ist." Einfache Delikte ohne jeglichen Ermittlungsansatz wie Taschendiebstähle, bei denen niemand etwas gesehen oder gemerkt hat, würden laut Grote unter diese Fälle fallen, die momentan etwas später bearbeitet werden. Daraus entstünde ja niemandem ein Schaden, so Grote weiter.

Situation soll sich bessern

Grote beruhigt die Hamburger und verspricht, dass sich "die Hamburger darauf verlassen können, dass die Polizei zu jedem Zeitpunkt alles tut, um Kriminalität zu bekämpfen, vor Gefahren zu schützen und selbstverständlich auch Strafanzeigen nachzugehen." Dazu sollen in den nächsten Monaten 50 neue Mitarbeiter beim LKA eingestellt werden, die dadurch für eine spürbare Entlastung sorgen sollen.

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(ck/san)

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