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Radio Hamburg

Medienwandel

Keine Print-"Prinz" mehr und "FR" meldet Insolvenz an

Hamburg, 13.11.2012
Prinz-Magazin

Das Magazin "Prinz" verschwindet aus den Kiosk-Auslagen und wird verstärkt online ausgebaut.

Das Stadtmagazin "Prinz" verschwindet aus den Kiosken und die "Frankfurter Rundschau meldet Insolvenz an.

Das monatliche Szeneblatt erscheint im Dezember zum letzten Mal als Printprodukt. Der Jahreszeiten-Verlag will dafür das Internetangebot der Marke ausbauen, wie er am Dienstag in Hamburg ankündigte.

Der Medienwandel verändere den Markt dieser Magazine fundamental, teilte der Geschäftsführer des Verlags (Jalag), Peter Rensmann, mit. Wurden im Herbst 2010 noch mehr als 180.000 Exemplare "Prinz" verkauft, waren es im Sommer dieses Jahres nur noch 150.000 (IVW). Das Stadtmagazin ist 1986 in Bochum gegründet worden und gehört seit 1989 zum Jalag. Es gibt mehrere regionale Ausgaben. "Prinz" informiert über Partys, Events und andere Termine. Der Ableger "Prinz Top Guide" soll weiter als Printausgabe erscheinen.

Frankfurter Rundschau meldet Insolvenz an

Der traditionsreichen linksliberalen Tageszeitung «Frankfurter Rundschau» droht das Ende. Der Verlag, der dem Kölner Medienhaus M. DuMont Schauberg MDS und der SPD-Medienholding DDVG gehört, stellte am Dienstag Insolvenzantrag. Das bestätigte das Amtsgericht in Frankfurt/Main. Zuvor hatten "Spiegel Online" und die "Financial Times Deutschland" über den Antrag berichtet. 

Im Jahr 2004 hatte die DDVG 90 Prozent der Anteile am "Druck- und Verlagshaus Frankfurt a. Main GmbH" übernommen und damit die "Frankfurter Rundschau" (FR) vor der Pleite bewahrt. 2006 stieg MDS ein und übernahm mit 50 Prozent plus einem Anteil die Mehrheit. Bei MDS erscheinen auch "Kölner Stadt-Anzeiger", "Kölnische Rundschau", "Berliner Zeitung" und "Mitteldeutsche Zeitung" sowie die Boulevardzeitungen "Express", "Hamburger Morgenpost" und "Berliner Kurier" mit einer täglichen Auflage von gut einer Million.

Die FR hatte 2001 noch eine Auflage von 190 000, geriet dann aber in die Krise. MDS stellte sie 2007 auf das Tabloid-Format um und stabilisierte die Auflage bei 150 000. Die FR machte aber weiter Verluste. Seit 2011 wurde deshalb der Mantel von der MDS-Redaktionsgemeinschaft in Berlin produziert, zusammen mit dem Mantel der "Berliner Zeitung". Zuletzt hatte die FR mit Arnd Festerling wieder einen eigenen Chefredakteur. Damit sollte sie auf ihrem lokalen Markt gestärkt werden. Zugleich gab es Überlegungen, sie zumindest in Norddeutschland komplett von einer Papier- auf eine Digitalzeitung umzustellen. Die Millionenverluste beschleunigten sich aber auch im laufenden Jahr.

(dpa/aba)