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Radio Hamburg

Sammeln aus "Langeweile"

Hamburger Kinderporno-Händler bekommt Bewährung

Hamburg, 18.07.2012
RHH - Expired Image

Das Hamburger Amtsgericht hat einen Kinderporno-Händler zu 15 Monaten Gefängnis auf Bewährung verurteilt.

Eine absurde Erklärung und eine Bewährungsstrafe. Das Hamburger Amtsgericht hat einen Kinderporno-Händler zu 15 Monaten Gefängnis auf Bewährung verurteilt.

Aus "Langeweile" will ein Mann tausende kinderpornografische Bilder und Videos in seinen Besitz gebracht haben. Das gab der Angeklagte am Dienstag vor dem Amtsgericht Hamburg zu. Das Gericht verurteilte den Mann wegen des Besitzes, der Beschaffung und Verbreitung von kinderpornografischen Schriften zu einer Haftstrafe von einem Jahr und drei Monaten zur Bewährung. Mit dem Urteil ging die Richterin über das von der Staatsanwaltschaft geforderte Strafmaß von einem Jahr hinaus. Grund sei die "ungeheure Menge" von Kinderpornografie, die bei dem Angeklagten gefunden wurde.

22.330 kinderpornografische Bilder angeblich aus "Langeweile" gesammelt

Dieser hatte von 2008 bis Anfang 2011 in neun Fällen verbotenes Material über Internettauschbörsen bezogen und weitergegeben. Auf zwei Laptops, einer externen Festplatte, und diversen CDs und DVDs hortete der Täter insgesamt 22.330 Bilder. Die mehr als tausend, teilweise nach Schilderung des Gerichts außerordentlich brutalen Videos hatten eine Gesamtabspieldauer von acht Tagen. Der Mittvierziger bestritt, pädophile Neigungen zu haben: "Eine vernünftige, rationale Erklärung dafür gibt es nicht. Auch nicht dafür, dass es soviel geworden ist", sagte der leitende Angestellte einer Zeitarbeitsfirma vor Gericht. Er habe aus "Langeweile" gehandelt, da er neu in Hamburg war und keine Kontakte oder Bindungen gehabt hätte.

Gezielte Suche

Der Angeklagte habe in Chats gezielt nach Material mit neun- bis 15-jährigen Jungen verlangt, schilderte die Richterin. Jedes einzelne Bild habe einen schweren sexuellen Missbrauch gezeigt. "Die Täter sind meistens gleich: gut situierte, geständige Männer, die alles schnell hinter sich bringen wollen", so die Richterin in ihrer Urteilsbegründung. Die Opfer litten jedoch lebenslang unter dem Missbrauch. "Der Markt wird immer größer. Und warum? Weil es Leute wie Sie gibt, die das anschauen."

Der Angeklagte muss sich nun um eine sexualtherapeutische Beratung kümmern, bestimmte das Gericht. Außerdem muss er eine Geldstrafe von 1.500 Euro an den Verein Dunkelziffer e.V. zahlen, der sich um die Opfer sexuellen Missbrauchs kümmert. Strafmildernd wirkte sich aus, dass der Täter gestanden und keine Vorstrafen hatte.

(dpa/aba)