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Radio Hamburg

Todesfahrer von Eppendorf vor Gericht

Prozess geht nur schleppend voran

Schwerer Unfall in Eppendorf

So sah es nach dem schweren Unfall in Eppendorf 2011 aus.

Bei der Aufklärung seiner Krankheitsgeschichte des Todesfahrer Caesar S. kommt das Gericht aber nur stockend voran: Der Verteidiger entbindet die Ärzte nicht von der Schweigepflicht.

Hamburg, 02.04.2012

Im Prozess gegen den Todesfahrer von Hamburg-Eppendorf hat das Landgericht weitere Zeugen zu seiner Krankheitsgeschichte und dem schweren Unfall befragt. Informationen über die Epilepsie des Angeklagten bekommt die Vorsitzende Richterin Birgit Woitas allerdings nur mühsam, weil der Verteidiger die Ärzte nicht von ihrer Schweigepflicht entbindet. Im Gegenteil: Der Anwalt erklärte am Montag, er entziehe auch alle bisher erteilten Schweigepflichtsentbindungen wieder.

Befragungen von zeugen konnten nicht fortgeführt werden

Das Gericht konnte daher weder einen Rettungssanitäter noch eine Notärztin, die nach dem Horror-Crash vor gut einem Jahr im Einsatz waren, als Zeugen hören. Auch der leitende Notarzt - er war mit der Koordination der Rettungskräfte beschäftigt und hatte mit der direkten Versorgung der Verletzten gar nichts zu tun - durfte zu Einzelheiten nicht befragt werden.

Der heute 39 Jahre alte Unfallfahrer erlitt laut Anklage am 12. März 2011 unmittelbar vor einer Kreuzung in Eppendorf einen Krampfanfall und raste mit mindestens Tempo 100 über eine rote Ampel. Sein Wagen schleuderte in eine Gruppe von Fußgängern und Radlern, die an einer Fußgängerampel wartete. Vier Menschen starben, darunter der Sozialforscher Günter Amendt, der Schauspieler Dietmar Mues und
dessen Frau Sibylle.

Caesar S. schweigt weiter zum Horror-Crash von Eppendorf

Bisher hat der Angeklagte vor Gericht zu dem Vorwurf geschwiegen. Vor Beginn des Prozesses hatte er erklärt, die Gefahr eines Unfalls sei für ihn nicht vorhersehbar gewesen. Bereits vor dem Unglück in
Eppendorf hatte der Mann drei Unfälle verursacht, bei zwei Kollisionen sollen ebenfalls Krampfanfälle eine Rolle gespielt haben. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm daher vor, er habe sich trotz des Wissens um seine Krankheit und der damit verbundenen Risiken ans Steuer gesetzt. Der 39-Jährige steht wegen fahrlässiger Tötung, fahrlässiger Körperverletzung und vorsätzlicher Gefährdung des Straßenverkehrs vor Gericht.

Ehemaliger Kollege schildert vor Gericht Krampfanfall bei Caesar S.

Ein ehemaliger Arbeitskollege berichtete am Montag von einem mutmaßlichen epileptischen Anfall, den der Angeklagte etwa zwei Monate vor dem schweren Unfall im Büro hatte. Als sie zusammen über ein EDV-Problem gesprochen hätten, habe der 39-Jährige plötzlich einen starren Blick bekommen und seinen Arm umklammert, sagte der Zeuge: "Es war ein sehr fester Griff." Nach einigen Sekunden sei es wieder vorbei gewesen. 

Ein Unfallzeuge schilderte am Montag, wie er den Fahrer aus dem Wrack gezogen und zu einem Stuhl getragen habe. "Er wirkte unter Schock, aber klar", sagte der Zeuge. "Ich hab ihn nicht als verwirrt wahrgenommen." Er habe prompt auf Fragen geantwortet, selbst aber keine gestellt. Er habe auch die Geheimzahl in sein Handy eintippen können und kurz mit jemandem - vermutlich seiner Freundin - telefoniert. Am Nachmittag wollte das Gericht weitere Zeugen hören.

dpa