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Radio Hamburg

Morbide und pietätlos

Krematoriums-Mitarbeiter stehlen Zahngold der Toten

Hamburg, 21.12.2012
RHH - Expired Image

Hamburger Krematoriums-Mitarbeiter haben Toten Zahngold gestohlen und verkauft.

Jahrelang sollen Mitarbeiter eines Hamburger Krematoriums Zahngold von Toten geklaut und verkauft haben.

Acht Mitarbeiter eines Hamburger Krematoriums sollen über Jahre hinweg Dutzende Kilo Zahngold von Toten gestohlen und sich damit einen lukrativen Nebenverdienst gesichert haben. Die Staatsanwaltschaft hat die Männer jetzt unter anderem wegen versuchten gewerbsmäßigen Diebstahls und Störung der Totenruhe angeklagt, wie Sprecher Wilhelm Möllers am Donnerstag der Nachrichtenagentur dpa sagte.

Diebstahl, Hehlerei und Störung der Totenruhe

Die Ehefrau eines Beschuldigten soll sich nach dem Willen der Behörde wegen Beihilfe verantworten. Außerdem hat die Staatsanwaltschaft gegen den Geschäftsführer einer Firma für Münzen und Edelmetalle Anklage wegen gewerbsmäßiger Hehlerei erhoben. Ein Termin für den Prozess vor dem Landgericht steht bisher nicht fest. "Die acht Einäscherer sollen wertvolle Rückstände wie Zahngold aus den Ascheresten an sich genommen haben", erklärte Möllers. Mit dem Goldverkauf hätten sie sich rund fünf Jahre lang "eine permanente zusätzliche Einnahmequelle" verschafft - und ihren Lebensunterhalt damit aufgebessert.

Hundertausende Euro kassiert

So soll die Ehefrau eines Beschuldigten, dem die Anklage 68 Taten vorwirft, mit dem Verkauf von 25,5 Kilo Gold fast 218.000 Euro kassiert haben. Die - inzwischen gestorbene - Lebensgefährtin eines weiteren Mitarbeiters verkaufte laut Möllers 15 Kilo Zahngold für mehr als 178.000 Euro.

Erlös des Zahngolds normalerweise für Deutsche Kinderkrebshilfe

Als die Männer anfingen, in dem Krematorium zu arbeiten, hätten sie eine Ehrenerklärung abgegeben, berichtete der Oberstaatsanwalt. "Darin haben sie versichert, niemals wertvolle Materialien - wie zum Beispiel Gold - aus den Einäscherungsrückständen zu entnehmen." Im Krematorium wird das oberflächlich sichtbare Zahngold eingeäscherter Toter üblicherweise gesammelt, eingeschmolzen und verkauft; der Erlös geht dann als Spende an die Deutsche Kinderkrebshilfe.

Per Kamera den Zahngolddieben auf die Spur gekommen

Um den Verdächtigen auf die Spur zu kommen, hatten die Ermittler mehrere Videokameras in den Räumen des Krematoriums installiert. Die Geschäftsleitung hatte sich zuvor an Polizei und Staatsanwaltschaft gewandt. "Dem Krematorium in Hamburg-Öjendorf war aufgefallen, dass es im Vergleich zu anderen Krematorien nur einen Bruchteil der Goldmengen hatte", sagte Möllers.

Der mutmaßliche Hehler soll von einem der Einäscherer rund 3,4 Kilo Zahngold für knapp 30 000 Euro gekauft haben. "Zur Verschleierung dieses Geschäfts soll er eine fingierte Rechnung über
den angeblichen Ankauf von Münzen ausgestellt haben", sagte Möllers. Sechs Beschuldigte haben Teilgeständnisse oder umfassende Geständnisse abgelegt, die anderen vier schwiegen bisher zu den Vorwürfen.

(dpa/aba)