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Radio Hamburg

Nach Flucht: Jeremie ist wieder da

Ermittlungen wegen Verdacht der Kindesentziehung

Hamburg, 20.12.2012
Jeremie - 11-Jähriger fährt mit Kleintransporter nach Hamburg

Jeremies Großeltern haben den Jungen am Mittwoch in eine Kinder- und jugendpsychologische Einrichtung gebracht.

Vier Wochen nach seiner Flucht aus einem Wanderzirkus ist Jeremie wieder aufgetaucht. Nun ermittelt die Staatsanwaltschaft.

Jeremie ist wieder da. Gut vier Wochen nach seiner spektakulären Flucht aus einem Wanderzirkus in Mecklenburg-Vorpommern ist der elfjährige Ausreißer am Mittwoch wohlbehalten aufgetaucht. Seine Großeltern brachten ihn mittags in eine Kinder- und jugendpsychologische Einrichtung in Hamburg, wie das zuständige Bezirksamt mitteilte. „Alle weiteren Entscheidungen werden erst nach der dort vorgesehenen, gründlichen Untersuchung des Jungen getroffen werden.“ Es solle eine „einvernehmliche Lösung“ mit den Großeltern geben.

Ermittlungen wegen Verdacht der Kindesentziehung

Die Hamburger Staatsanwaltschaft ermittelt nach Jeremies Flucht nun wegen Verdachts der Kindesentziehung gegen Unbekannt. Das Pflegekind soll am 20. November im Kleintransporter der Zirkusfamilie, bei dem es das Jugendamt Hamburg-Mitte unterbringen ließ, von Lübtheen in Mecklenburg-Vorpommern ins etwa 100 Kilometer entfernte Hamburg gefahren sein. Dort hatte er früher bei seinen Großeltern gelebt. Angeblich hatte seine Flucht auch damit zu tun, dass Jeremie Weihnachten nicht bei Oma und Opa verbringen sollte, das hat zumindest die Großmutter behauptet.

War Jeremie bei seinen Großeltern?

Wo der Junge in den letzten vier Wochen war, blieb zunächst unklar. Die Polizei hatte intensiv nach dem Elfjährigen gesucht. Die Ermittler hatten das Kind bei seiner weit verzweigten Familie in Hamburg vermutet. Jeremie soll nun zunächst einige Tage in der Kinder- und jugendpsychologischen Einrichtung bleiben, kündigte die Sprecherin des Bezirksamts, Sorina Weiland, an. Wie es langfristig weitergeht, konnte sie zunächst nicht sagen: „Wir stehen mit einer größeren Zahl von Hamburger Einrichtungen in Kontakt, was die weitere Unterbringung angeht.“

Bevor er in den Wanderzirkus kam, hatten mehrere Hamburger Träger die Aufnahme des als aggressiv geltenden Kindes abgelehnt. Die Großeltern sollten nun in die Entscheidung einbezogen werden. Die Übergabe des Jungen in die Obhut der Behörden sei Teil einer Vereinbarung gewesen, auf die man sich vor kurzem bei einem Familiengerichtstermin verständigt habe.

Politische Diskussionen im Fall Jeremie

Der „Fall Jeremie“ hatte hitzige politische Diskussionen ausgelöst. Im Zentrum stand dabei die Frage, ob es sinnvoll ist, einen Elfjährigen in einem Zirkus unterzubringen. Auch die hohen Kosten von rund 7.400 Euro pro Monat sorgten für Aufregung. Hamburgs Sozialsenator Detlef Scheele (SPD) hatte daraufhin eine Überprüfung vergleichbarer Fälle in der Hansestadt angeordnet. Auch der Familienausschuss der Hamburger Bürgerschaft beschäftigte sich mit dem Thema.

Die Hamburger Grünen sehen auch nach Jeremies Rückkehr weiteren politischen Beratungsbedarf. „Wir müssen genauer hinsehen, unter welchen Bedingungen Hamburger Kinder und Jugendliche in anderen Bundesländern oder sogar im Ausland betreut werden“, teilte die Bürgerschaftsfraktion mit. Wichtig sei nun, dass Jeremie, seine Familie und die Behörden „die weitere Zukunft in Hamburg in Ruhe und ohne das Licht der Öffentlichkeit planen können“.

(dpa / ste)

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