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Radio Hamburg

Nach dem EHEC-Tod der sechsjährigen Sophie

Eltern der Gorch-Fock-Schule sind unsicher

Nachdem eine Sechsjährige der Gorch-Fock-Grundschule an den Folgen einer EHEC-Infizierung gestorben ist, hat die Schulleitung zu einer Sprechstunde eingeladen.

Hamburg, 20.02.2012

Nach dem Tod eines sechsjährigen Mädchens durch EHEC werden in Hamburg mit Hochdruck Lebensmittel untersucht. "Wir haben Lebensmittelproben gezogen sowohl innerhalb der Familie als auch im Einzelhandel", sagte eine Sprecherin der Hamburger Gesundheitsbehörde am Montag (20.02.2012) in der Gorch-Fock-Schule in Blankenese, wo das Mädchen zur Schule ging. Näheres wollte sie noch nicht sagen.

Unsere Reporterin Carolina Koplin ist vor Ort:

"Viele Eltern sind zunächst sehr betroffen und haben großes Mitgefühl mit den Eltern der gestorbenen Sophie. Ansonsten sind viele Mütter auch sehr besorgt und haben ihre Kindern heute erst mal nicht in die Schule gebracht. Das alles steht wohl unter der Überschrift 'Unsicherheit'. Die Eltern wollen wissen, wie sich das Mädchen infiziert hat und wie es nun weitergeht. Also, wie wird jetzt mit den Kindern der 1. Klasse umgegangen und wie will die Schule zum Beispiel dafür sorgen, dass sich die Kinder gründlich und regelmäßig die Hände waschen."

Bis zu 1.200 EHEC-Tote im Jahr

Bei dem Tod der Erstklässlerin handele es sich um einen Einzelfall. "Es gibt keine weiteren Krankheitsfälle im Umfeld der Familie." In Deutschland erkrankten nach Angaben des Robert Koch-Instituts auch vor dem großen EHEC-Ausbruch im vergangenen Mai 800 bis 1.200 Menschen pro Jahr an dem aggressiven Lebensmittelkeim. Es habe jährlich auch einzelne Todesfälle gegeben. "Der neue Fall ist also nichts Ungewöhnliches, aber das macht es natürlich nicht schöner, weil gerade ein Kind betroffen ist", sagte die Sprecherin. Das Mädchen war am Wochenende gestorben. Im vergangenen Jahr wurden in Deutschland 53 EHEC-Todesfälle registriert.

Gefährliches Darmbakterium EHEC

Alles Wissenswerte rund um die Krankheit

  •  Wo kann ich mich anstecken?
    Die Erreger leben im Darm von Säugetieren, folglich werden sie über den Kot der Tiere übertragen. Rohe Fleischprodukte oder andere Lebensmittel, die mit dem Keim verunreinigt sind, können ein Ansteckungsherd sein.

  • Wie kann ich Gemüse, Fleisch und Rohmilchprodukte nun sorgenfrei genießen?
    Das A und O ist, dass Verbraucher auf die richtige Küchenhygiene achten: Es gilt, Obst und Gemüse vor dem Verzehr gründlich zu waschen, Fleisch gut durchzugaren und Rohmilchprodukte vorerst zu meiden. Außerdem ist es ratsam, Küchengeräte, mit denen zum Beispiel Gemüse oder Fleisch zerkleinert wurde, sorgfältig zu reinigen – am besten in der Spülmaschine. Auch die Küchenarbeitsfläche sollte regelmäßig gesäubert werden. Denn Bakterien vermehren sich gerade bei Wärme sehr schnell.

  •  Wie kann ich mich im Alltag schützen?
    Da auch der Mensch die Bakterien überträgt, ist eine intensive Händehygiene unabdingbar: Waschen Sie sich regelmäßig ihre Hände, insbesondere nach der Toilettennutzung, am besten mindestens 30 Sekunden lang mit Seife und warmem Wasser – ein handelsübliches Händedesinfektionsmittel ist eine sehr gute Ergänzung. Achten Sie darauf, dass sich auch Ihre Kinder regelmäßig die Hände waschen und dass die Kleinen den Kontakt beispielsweise mit Streichelzoo-Tieren derzeit meiden.

  • Was tun, wenn ich jetzt plötzlich Bauchschmerzen und/oder Durchfall bekomme?
    Geraten Sie nicht in Panik, denn dies muss nicht zwangsläufig eine Infektion mit dem EHEC-Erreger sein. Suchen Sie jedoch unverzüglich einen Arzt auf oder fahren Sie in ein Krankenhaus. Eine Stuhlprobe gibt Klarheit über die Art der Erkrankung.

  • Welche Beschwerden sind kennzeichnend?
    Starke Bauchschmerzen einhergehend mit Übelkeit, fleischwasserfarbigem oder blutigem Durchfall sind die Symptome einer Ansteckung mit dem EHEC-Erreger.

  • Wie verläuft eine Therapie?
    Betroffene werden symptomatisch behandelt, zum Beispiel mit Infusionen, um den Flüssigkeits- und Mineralstoffverlust auszugleichen. Eine Therapie mit einem Antibiotikum könnte die Bakterienausscheidung verlängern und die Toxinbildung vermehren, deshalb wird auf ein Antibiotikum verzichtet. Besonders gefährdet, das HUS zu erleiden, sind vor allem Kleinkinder und ältere Personen, deren Immunsystem schwach ist. Sie erhalten eine besondere Beobachtung während der Erkrankung. Im schlimmsten Fall muss ein HUS mit Blutwäsche und Bluttransfusionen behandelt werden. (Quelle: Diagnostik Zentrum Fleetinsel Hamburg)