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Radio Hamburg

Sorge in Gorch-Fock-Schule Blankenese

Mädchen stirbt an EHEC-Keim

Mikroskopaufnagme von EHEC

Der EHEC-Keim unter dem Mikroskop.

Ein sechs Jahre altes Mädchen aus Hamburg soll an den Folgen einer EHEC-Erkrankung gestorben sein. Ein Sprecher der Gesundheitsbehörde bestätigte den dramatischen Vorfall.

Hamburg, 20.02.2012

Nachdem in Blankenese ein sechs Jahre altes Mädchen an der Darminfektionskrankheit EHEC gestorben ist, sind viele Eltern in Sorge. Die Leiterin der Gorch-Fock-Schule, deren erste Klasse das Mädchen besucht hat, rechnet damit, dass ein Großteil der Eltern seine Kinder heute nicht zur Schule schicken wird.
Die Sechsjährige ist in der Nacht zu Sonntag (19.02.2012) an den EHEC-bedingten, schweren Nierenschäden gestorben. Erstmals hatte sie vor anderthalb Wochen Anzeichen der Durchfallerkrankung gezeigt.

Vera Klischan, Leiterin der Gorch-Fock-Schule in Blankenese dazu:

"Wir haben die Flächen sofort gereinigt am Donnerstagmorgen, noch wenige Stunden nachdem wir das gehört hatten, mit Desinfektionsmittel. Wir haben eine Reinigungsfirma beauftragt, wir haben das auch nicht selber gemacht. Wir haben alle Klinken desinfiziert und wir haben die Klassen mit Sterilium ausgestattet. Wir haben den Kindern nochmal das richtige Händewaschen beigebracht und ich habe an die betreffenden Eltern der Klasse sofort am Donnertag einen Informationsbrief geschickt."

Den Eltern der Gorch-Fock-Schule ist freigestellt, ob sie ihre Kinder nach dem EHEC-Fall in die Schule schicken. Vera Klischan weiter:

"Heute wird hier eine Art Sprechstunde vom Gesundheitsamt hier eingerichtet, heute Mittag gegen 12:30 Uhr. Ich hoffe, dass auch alle Eltern erreicht werden. Heute Mittag, halb eins, werden zwei Leute vom Gesundheitsamt Rede und Antwort stehen. Und dann werde auch ich mit den Leuten vom Gesundheitsamt besprechen, wie wir hier weiter verfahren, was unsere Aufgaben als Schule sind und wie es mit der Schulpflicht ist, ob die Kinder morgen wiederkommen sollen, ob wir das verantworten können."

Eine EHEC-Erkrankung ist meldepflichtig. Der Erreger kann lebensbedrohliche Darmentzündungen mit blutigen Durchfällen und Nierenversagen hervorrufen.

Gefährliches Darmbakterium EHEC

Alles Wissenswerte rund um die Krankheit

  •  Wo kann ich mich anstecken?
    Die Erreger leben im Darm von Säugetieren, folglich werden sie über den Kot der Tiere übertragen. Rohe Fleischprodukte oder andere Lebensmittel, die mit dem Keim verunreinigt sind, können ein Ansteckungsherd sein.

  • Wie kann ich Gemüse, Fleisch und Rohmilchprodukte nun sorgenfrei genießen?
    Das A und O ist, dass Verbraucher auf die richtige Küchenhygiene achten: Es gilt, Obst und Gemüse vor dem Verzehr gründlich zu waschen, Fleisch gut durchzugaren und Rohmilchprodukte vorerst zu meiden. Außerdem ist es ratsam, Küchengeräte, mit denen zum Beispiel Gemüse oder Fleisch zerkleinert wurde, sorgfältig zu reinigen – am besten in der Spülmaschine. Auch die Küchenarbeitsfläche sollte regelmäßig gesäubert werden. Denn Bakterien vermehren sich gerade bei Wärme sehr schnell.

  •  Wie kann ich mich im Alltag schützen?
    Da auch der Mensch die Bakterien überträgt, ist eine intensive Händehygiene unabdingbar: Waschen Sie sich regelmäßig ihre Hände, insbesondere nach der Toilettennutzung, am besten mindestens 30 Sekunden lang mit Seife und warmem Wasser – ein handelsübliches Händedesinfektionsmittel ist eine sehr gute Ergänzung. Achten Sie darauf, dass sich auch Ihre Kinder regelmäßig die Hände waschen und dass die Kleinen den Kontakt beispielsweise mit Streichelzoo-Tieren derzeit meiden.

  • Was tun, wenn ich jetzt plötzlich Bauchschmerzen und/oder Durchfall bekomme?
    Geraten Sie nicht in Panik, denn dies muss nicht zwangsläufig eine Infektion mit dem EHEC-Erreger sein. Suchen Sie jedoch unverzüglich einen Arzt auf oder fahren Sie in ein Krankenhaus. Eine Stuhlprobe gibt Klarheit über die Art der Erkrankung.

  • Welche Beschwerden sind kennzeichnend?
    Starke Bauchschmerzen einhergehend mit Übelkeit, fleischwasserfarbigem oder blutigem Durchfall sind die Symptome einer Ansteckung mit dem EHEC-Erreger.

  • Wie verläuft eine Therapie?
    Betroffene werden symptomatisch behandelt, zum Beispiel mit Infusionen, um den Flüssigkeits- und Mineralstoffverlust auszugleichen. Eine Therapie mit einem Antibiotikum könnte die Bakterienausscheidung verlängern und die Toxinbildung vermehren, deshalb wird auf ein Antibiotikum verzichtet. Besonders gefährdet, das HUS zu erleiden, sind vor allem Kleinkinder und ältere Personen, deren Immunsystem schwach ist. Sie erhalten eine besondere Beobachtung während der Erkrankung. Im schlimmsten Fall muss ein HUS mit Blutwäsche und Bluttransfusionen behandelt werden. (Quelle: Diagnostik Zentrum Fleetinsel Hamburg)