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Radio Hamburg

Erfolg für Klägerin

Samenbank muss Namen herausgeben

Hamburg, 06.02.2013
Samenspende

Kinder von anonymen Samenspendern dürfen erfahren wer ihre biologischen Väter sind.

Kinder von anonymen Samenspendern dürfen erfahren wer ihre biologischen Väter sind. Das hat das Oberlandesgericht Hamm beschlossen.

Das Urteil des Oberlandgerichts Hamm hat Sarah P., Tochter eines anonymen Samenspenders, das Recht zugesprochen, seinen Namen zu erfahren. Die 21-jährige Klägerin hatte gegen die Samenbank geklagt, in der ihre Mutter sich befruchten ließ. Seit vier Jahren weiß sie, dass ihr Vater nicht ihr Erzeuger ist.

Das Urteil

Das Oberlandgericht entschied heute, dass es das Recht eines anonym gezeugten Kindes sei, den Namen des Erzeugers von der Samenbank zu erfahren. Die zuständigen Richter beriefen sich auf das im Grundgesetz fest verankerte Recht auf freie Entfaltung der Persönlichkeit. Dies werteten sie höher als die Anonymität des jeweiligen Spenders. Eine Revision wird vom OLG nicht zugelassen, jedoch kann der Beklagte mit juristischen Kniffen beim Bundesgerichtshof noch zu einem Revisionsgrund kommen. Thomas Katzorke, der beklagte Fortpflanzungsmediziner, behauptet weiterhin, dass die Daten des Spenders nicht mehr vorhanden seien. Laut seinen Äußerungen hätten die Unterlagen zu dem Zeitpunkt nur für zehn Jahre aufbewahrt werden müssen. Seiner Meinung nach sei das Urteil „rein theoretisch“. Er verstrickte sich jedoch bei seinen Aussagen in Widersprüche und gab zu, dass nicht alle Daten vernichtet wurden. Dies ließ die Richter an seiner Glaubwürdigkeit zweifeln.

Schon im Jahr 1989 entschied das Bundesverfassungsgericht, dass es zu den Persönlichkeitsrechten eines jeden Menschen gehöre, seine genetische Herkunft zu kennen. Erst 2007 wurde neu festgelegt, dass die Unterlagen zur Samenspende 30 Jahre lang aufbewahrt werden müssen.

Hoffnung für Betroffene

Die Klägerin kämpft gemeinsam mit dem Verein Spenderkinder für das Recht den Namen des biologischen Vaters zu erfahren. Diesen Erfolg lässt viele weitere betroffene Kinder hoffen. Nach Schätzungen des Essener Novum-Zentrum für Reproduktionsmedizin gibt es  rund 100.000 Kinder mit anonymen Erzeugern.

(dpa / isc)