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Radio Hamburg

Nach dem Tod von "Sexy Cora"

Bewährungsstrafe für Narkoseärztin

Hamburg, 05.02.2013
Narkoseärztin "Sexy Cora"

Die Narkoseärztin wurde zu einem Jahr und drei Monaten Haft auf Bewährung verurteilt.

Im Prozess um den Tod des Porno-Stars Sexy Cora wurde die Narkoseärztin zu einem Jahr und drei Monaten Haft auf Bewährung verurteilt.

Für den Tod des Porno-Stars „Sexy Cora“ bei einer Busen-OP hat das Hamburger Landgericht eine Narkoseärztin zu einem Jahr und drei Monaten Haft auf Bewährung verurteilt. Die Richter befanden die 56-Jährige der fahrlässigen Tötung für schuldig. Bei der Schönheitsoperation vor zwei Jahren hatte die 23 Jahre alte Carolin Wosnitza einen Herzstillstand erlitten. Nach mehreren Tagen im Koma starb die auch als „Big Brother“-Kandidatin bekanntgewordene Frau an einer Hirnlähmung. Die Medizinerin hatte vor Gericht die Schuld für den tödlichen Eingriff eingeräumt.

Grobe Fahrlässigkeit vorgeworfen

Der Vertreter der Staatsanwaltschaft forderte vor der Urteilsverkündung in seinem Plädoyer vor dem Hamburger Landgericht 14 Monate Haft auf Bewährung. Er warf der Medizinerin grobe Fahrlässigkeit vor: „Die Angeklagte hat hier einen schweren Fehler begangen.“ Die Ärztin habe Atmung und Kreislauf der Patientin nicht überwacht, erklärte der Staatsanwalt - was aber ihre „ureigenste Aufgabe“ gewesen wäre. Die 23-jährige Carolin Wosnitza sei wegen der Behandlungsfehler bei der Schönheits-OP vor zwei Jahren gestorben.

Ärztin zeigt vor Gericht Reue

Die Medizinerin habe erklärt, sie habe ihren Beruf aufgegeben und bereits einen Rentenantrag gestellt. Ein Berufsverbot für die 56-Jährige halte er daher nicht für nötig, sagte der Staatsanwalt. In ihrem Geständnis vor Gericht habe sie „ehrliche Reue“ gezeigt. Der Verteidiger der Ärztin warb um Verständnis für seine Mandantin. „Ein einziger Fehler verdunkelt die gesamte Lebensleistung eines Menschen“, sagte Anwalt Otmar Kury in seinem Schlussvortrag. Tausenden Patienten habe sie zuvor beigestanden und geholfen. Die Ärztin trage nach dem Tod der Patientin schwer an ihrer Schuld, sie habe in einem furchtbaren Moment ihres Lebens versagt. Auf eine konkrete Strafmaßforderung verzichtete Kury.

Die Medizinerin habe mehr als 28 Jahre lang ohne Fehler in ihrem Beruf gearbeitet, sagte Kury. „Den Arzt, der alles weiß und alles richtig macht, den wünschen wir uns - aber wir spüren auch, dass es ihn nicht geben kann." Der Anwalt warf dem medizinischen Gutachter Widersprüche vor. Nach Ansicht des Sachverständigen ist es am wahrscheinlichsten, dass die Patientin nicht korrekt beatmet wurde - und die Narkoseärztin dies nicht bemerkte.

Witwer trat als Nebenkläger auf

Die Nebenklage, Carolins Witwer Tim Wosnitza tritt vor Gericht als Nebenkläger auf, stellte ebenfalls keinen konkreten Strafantrag, forderte aber ein lebenslanges Berufsverbot für die Medizinerin. „Es gibt nichts Wichtigeres als die regelmäßige Kontrolle der Vitalfunktionen“, sagte Wosnitzas Anwalt. „Was für den Chirurgen das Skalpell ist, ist für den Anästhesiearzt der Kugelschreiber“ - um alle Werte des Patienten zu dokumentieren. Der Anwalt erhob schwere Vorwürfe gegen die Medizinerin und warf ihr eine „glatte Lüge“ bei der Aufklärung der Todesumstände vor.

Die Zustände in der Hamburger Schönheitsklinik im schicken Stadtteil Rotherbaum bezeichnete er als „blanken Horror“ - es seien keine Protokolle geführt worden, und es habe zu wenig Personal gegeben. „Das Schockierende für mich ist, dass die Horrorzustände in der Klinik kein Einzelfall waren.“ Jeder verantwortungsbewusste Arzt hätte eine Behandlung unter diesen Missständen abgelehnt, sagte der Rechtsanwalt. „Es lag keine Verkettung unglücklicher Umstände vor, sondern eine Kumulation von Sorgfaltspflichtverletzungen.“

(dpa / ste)