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Radio Hamburg

Streiks an den Flughäfen Düsseldorf und Köln/Bonn

Auch Hamburger Passagiere betroffen

Düsseldorf/Köln, 24.01.2013
Streik, Verdi

Der Flughafen Düsseldorf und der Airport Köln/Bonn wird ganztägig von Verdi gestreikt. Dadurch sind auch Flüge ab/nach Hamburg betroffen.

Durch die Streiks an den Flughäfen Düsseldorf und Köln/Bonn kommt es auch in Hamburg zu Verspätungen und Ausfällen.

Ein Streik des Sicherheitspersonals hat am Donnerstag die beiden größten nordrhein-westfälischen Flughäfen massiv getroffen. Am Düsseldorfer Flughafen fielen bis zum Vormittag fast 100 Flüge aus, berichtete ein Sprecher. „Die Maschinen, die rausgehen, sind oftmals auch leer.“ Am Köln/Bonner Flughafen waren am Vormittag nur vier von 25 Maschinen gestartet. Der Flugverkehr sei erheblich beeinträchtigt, sagte ein Sprecher. Auch hier starteten leere Maschinen, um wenigstens die Anschlussflüge an anderen Airports zu bewältigen. Nach Angaben des Flughafenverbandes ADV soll der Streik am Freitag in Düsseldorf und Köln/Bonn fortgesetzt werden.

Auch Verspätungen und Ausfälle in Hamburg

Durch die Streiks in Düsseldorf und Köln/Bonn kommt es auch am Hamburger Flughafen zu Verspätungen und Ausfällen. Ob Ihr Flug betroffen ist, erfahren Sie auf der Homepage des Hamburg Airport.

Verdi fordert Tariferhöhung

Die Arbeitgeberseite hatte sich bereits vor den Streiks empört gezeigt: Die Gewerkschaft Verdi habe für die Fluggastkontrolleure eine Tariferhöhung von über 9 Prozent ausgeschlagen und fordere 30 Prozent Lohnaufschlag, so der Bundesverband des  Sicherheitsgewerbes. „Wir werden die Branche, wenn es sein muss, auch durch mehrtägige Streiks aus dem Niedriglohnsektor herausholen“, hatte Andrea Becker, Verdi-Fachbereichsleiterin für die Sicherheitsbranche in NRW, angekündigt. Im NRW-Sicherheitsgewerbe arbeiten nach Verdi-Angaben 34.000 Beschäftigte.

Mitarbeiter haben Arbeit niedergelegt

Die Streikbeteiligung habe die Erwartung der Gewerkschaft übertroffen, sagte Becker. In Düsseldorf hätten 95 Prozent der Frühdienst-Beschäftigten ihre Arbeit niedergelegt, in Köln 80 Prozent. Wie vergangene Woche in Hamburg will Verdi den Druck für die Tarifverhandlungen mit dem Bundesverband der Sicherheitswirtschaft erhöhen. Der Flughafenverband ADV nannte die Streiks inakzeptabel, völlig überzogen und für die Passagiere unzumutbar. An beiden Flughäfen liege die Verantwortung für die Luftsicherheitskontrollen bei der Bundespolizei. Diese müsse nun ihrer Verantwortung gerecht werden und eigenes Personal einsetzen, um die privaten Dienstleister zu ersetzen. In der wirtschaftlich angespannten Lage könnten sich die Flughäfen die Umsatzverluste nicht leisten, so ADV-Hauptgeschäftsführer Ralph Beisel.

Nach Gewerkschaftsangaben befinden sich 70 bis 80 Prozent der Beschäftigten im Sicherheitsgewerbe in der untersten Lohngruppe mit einem Stundenlohn von 8,23 Euro. An den Flughäfen liegt der Stundenlohn im Abfertigungsbereich zwar höher. Die Gewerkschaft fordert für Flughäfen in Nordrhein-Westfalen eine Erhöhung auf 16 Euro brutto. Der Streik hatte um 4 Uhr in der Nacht begonnen.

(dpa / ste)

 

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