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Radio Hamburg

Verurteilter Sexualstraftäter

Neuer Prozess wegen Kindesmissbrauchs

Hamburg , 25.07.2013
Gericht, Hammer, Urteil, Landgericht, Täter, Opfer, Prozess, Jurist

Vor 15 Jahren wurde ein Mann wegen sexuellen Missbrauchs verurteilt. Nun steht er wegen neuer Vorwürfe vor Gericht und bestreitet die Taten. 

Der 68-Jährige beschreibt sich als "vorbildlichen Pädagogen" - und schimpft über zahlreiche angeblich falsche Verdächtigungen. Der verurteilte Sexualstraftäter aus Hamburg bestritt zum Auftakt seines neuen Prozesse aktuelle Missbrauchsvorwürfe.

Angeklagter behauptet, Kripo wolle ihm eins auswischen

"Ich lass diese unverschämten Vorwürfe nicht auf mir sitzen", sagte der 68-Jährige am Donnerstag (25.7.) vor dem Hamburger Landgericht. Die Ermittler versuchten schon seit Jahrzehnten, ihn "mit allen Mitteln auszuschalten": "Die Hamburger Kripo wartet nur darauf, mir eins auszuwischen." Der Mann ist wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern und der Entziehung eines Minderjährigen angeklagt. Ende 1998 war er wegen ähnlicher Taten zu sechseinhalb Jahren Haft verurteilt worden.

Zwei Jungen wurden mutmaßlich vom Angeklagten missbraucht

Laut Anklage soll der 68-Jährige Ende April einen Zehnjährigen in einem Kaufhaus in der Innenstadt gefragt haben, ob er Geld verdienen wolle. In der Nähe des Hauptbahnhofs soll er den Jungen dann sexuell belästigt haben. Zudem soll er Anfang März einen Zwölfjährigen, der aus einem Heim ausgerissen war, in einem Elektronikmarkt angesprochen und ihm angeboten haben, bei ihm zu übernachten. Das Kind soll in der Wohnung des Mannes und bei einem seiner Bekannten geschlafen haben. Zwei Wochen später entdeckte die Polizei den Jungen - in Begleitung des Angeklagten - am Hauptbahnhof.

Angeklagter bestreitet sämtliche Vorwürfe

Der 68-Jährige erklärte, er habe nicht gewusst, dass der Zwölfjährige in einem Heim untergebracht war: "Der Junge war derartig geschickt im Lügen." Das Kind habe nie bei ihm übernachtet, sie hätten lediglich an drei Tagen Ausflüge unternommen, ansonsten habe es kurze Treffen gegeben. "Ich wollte ihm nur helfen." Der Junge sei nach seiner Vermutung in üble Kreise geraten und bei Leuten gelandet, die ihn wohl auf den Strich geschickt hätten. Auch die Vorwürfe zu dem Zehnjährigen wies der Angeklagte zurück: "Ich habe noch nie in meinem ganzen Leben einem Kind versprochen, dass es sich Geld verdienen kann, wenn es mit mir mitkommt."

Er bezeichnet sich selbst als "vorbildlichen Pädagogen"

Fast sechs Stunden lang schilderte der 68-Jährige - grauer Haarkranz, Bart, blaukariertes Hemd - detailreich seine bisherige Lebensgeschichte seit dem Abitur. Er beschrieb sich als "vorbildlichen Pädagogen", der "außergewöhnliche Erfolge»"im Umgang mit schwer verhaltensauffälligen Kindern und Jugendlichen gehabt habe. Als "Pestalozzi des 20. Jahrhunderts" sei er gelobt worden. Johann Heinrich Pestalozzi (1746-1827) war ein Schweizer Pädagoge. Für seine vielen Pflegekinder sei er "wie eine Vaterfigur" gewesen:"Ein Vater, wie er im Buche steht."

Vorheriges Urteil soll nach Meinung des Angeklagten "Fehlurteil" gewesen sein

Immer wieder hätten ihn Jungen und Mädchen zwar des sexuellen Missbrauchs bezichtigt, sagte der Angeklagte - aber aus seiner Sicht nur wegen angeblich suggestiver, also beeinflussender, Befragung von Ermittlern. Viele Kinder hätten sich in ein "Lügengestrüpp" verheddert, die Vorwürfe später aber stets zurückgenommen. Ende 1998 hatte das Landgericht den Mann zu sechseinhalb Jahren Haft verurteilt, weil er einen zehnjährigen Jungen über Monate sexuell missbraucht hatte. Für den Angeklagten ein "Fehlurteil":"Mein Schlusswort hat 32 Stunden gedauert." 2003 kam er aus dem Gefängnis. Seit der letzten verurteilten Tat habe er "unbeanstandet" mit seiner Frau gelebt, sagte der 68-Jährige.

Für den Prozess sind sieben weitere Verhandlungstage bis zum 8. Oktober geplant.

 

(dpa/mgä)