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Weitere Notunterkünfte für Flüchtlinge in Hamburg

Hamburg, 07.10.2013
Syrien Flüchtlinge

Flüchtlinge aus Lampedusa, Syrien, Tschetschenien oder anderen Ländern suchen Hilfe in Deutschland.

Die Hamburger Sozialbehörde will weitere Notunterkünfte für Flüchtlinge einrichten. In Sülldorf, Volksdorf und Wandsbek sollen 600 Menschen unterkommen.

Wegen des hohen Anstiegs der Flüchtlinge aus Lampedusa, Syrien oder Tschetschenien will die Hamburger Sozialbehörde weitere Notunterkünfte für mehrere hundert Menschen errichten. Im Stadtteil Sülldorf sollen für fünf Jahre 13 weitere Pavillons für 288 Menschen entstehen, sagte ein Sprecher der Sozialbehörde. In Wandsbek am Staatsarchiv sind 60 Notcontainer mit 110 Plätzen vorgesehen, am Volksdorfer Grenzweg Unterkünfte für 170 Menschen.

Nach Angaben der Sozialbehörde kommen in jedem Monat 300 neue Flüchtlinge in der Hansestadt an. Über die Pläne sei aber noch nicht abschließend entschieden, betonte der Sprecher. "Die Behörde legt großen Wert darauf, dass die Nachbarn mit ins Boot geholt werden." Ob noch weitere Flächen genutzt werden sollen, sei noch offen. Da die Erfahrung zeige, dass Flüchtlingszahlen auch wieder fallen können, mache es mehr Sinn solche befristeten Unterbringungsmöglichkeiten zu schaffen, sagte der Sprecher weiter.

Debatte über europäische Asylpolitik

Unterdessen setzt die Flüchtlingskatastrophe mit mehr als 200 Toten vor der italienischen Insel Lampedusa eine neue Debatte über die europäische Asylpolitik in Gang. Vor der Küste der italienischen Mittelmeerinsel Lampedusa haben Taucher 17 weitere Leichen geborgen. Die Zahl der Opfer des Flüchtlingsdramas stieg damit offiziell auf 211, berichtete die Nachrichtenagentur Ansa. In dem Schiffswrack in mehr als 40 Metern Tiefe werden aber noch weitere Tote vermutet. Während viele Politiker ein Umdenken in der Flüchtlingspolitik fordern, wehrt sich Deutschland gegen Vorwürfe.

Die EU-Innenminister werden am Dienstag in Luxemburg über Konsequenzen aus dem Drama mit mehr als 200 Toten beraten. Zahlreiche Politiker forderten einen grundlegenden Umbau der europäischen Einwanderungspolitik. Die Bundesregierung wies Kritik an ihrer Asylpolitik zurück. Regierungssprecher Steffen Seibert widersprach dem Vorwurf, Deutschland nehme nicht genug Flüchtlinge auf. Deutschland tue das, "was seiner Größe und seiner Bevölkerungszahl in Europa entspricht". 

Menschen in Lampedusa brauchen Unterstützung

Von den mehr als 400 Menschen an Bord des gesunkenen Flüchtlingsschiffes konnten nur 155 lebend gerettet werden. Bis auf einen Tunesier sollen sie aus Eritrea stammen. Das Schiff mit den Migranten war am Donnerstag vor der Insel in Flammen aufgegangen und gekentert. Am Montag kamen weitere Migranten an den italienischen Küsten an. Etwa 200 Menschen wurden am Morgen vor der Küste Siziliens gerettet. EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso kündigte an, am Mittwoch selbst nach Lampedusa zu reisen. Er werde vor Ort der Opfer gedenken und den Menschen in Lampedusa seine Unterstützung und die Solidarität Europas aussprechen, teilte die EU-Kommission mit.

Zuvor waren die Forderungen nach einem Umbau der europäischen Flüchtlingspolitik laut geworden. "Es ist eine Schande, dass die EU Italien mit dem Flüchtlingsstrom aus Afrika so lange alleingelassen hat", sagte EU-Parlamentspräsident Martin Schulz. Die Flüchtlinge müssten in Zukunft gerechter auf die EU-Mitgliedsstaaten verteilt werden. "Das heißt auch, dass Deutschland zusätzliche Menschen aufnehmen muss." CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe verlangte eine "umfassende Antwort" der EU auf das Drama von Lampedusa. Dazu gehörten die Armutsbekämpfung in afrikanischen Staaten, Verbesserungen bei der Seenotrettung und im Kampf gegen Schlepperbanden sowie eine humane Flüchtlingspolitik, sagte er nach einer Präsidiumssitzung in Berlin. Hierbei leiste Deutschland schon einen "erheblichen Beitrag".

Auch EU-Kommissar Günther Oettinger mahnte eine Überprüfung der europäischen Flüchtlingspolitik an. "Die Frage ist doch, ob Italien alleine in der Lage ist, diese Außengrenze kompetent, aber auch menschengerecht zu sichern und zu handeln, oder ob es eines Mechanismus' für die Verteilung von Flüchtlingen innerhalb der Europäischen Union als Folge bedarf", sagte der CDU-Politiker. Ein Sprecher des deutschen Innenministeriums sagte, "der Ruf nach einem gerechteren Verteilungsmechanismus" für Flüchtlinge in Europa lasse sich mit Blick auf Deutschland nicht zahlenmäßig begründen. Deutschland habe beispielsweise im vergangenen Jahr rund 65.000 Asylbewerber aufgenommen - Italien lediglich 15.000. (dpa/apr)

 

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