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Radio Hamburg

Methadon-Tod von Chantal

Prozess gegen Pflegeeltern beginnt

Hamburg-Wilhelmsburg, 01.12.2014
Chantal-Prozess, Mutter

Den Pflegeeltern von Chantal wird fahrlässige Tötung in Tateinheit mit Verletzung der Fürsorge- und Erziehungspflicht vorgeworfen. 

Zum Prozessauftakt am Montag (01.12.) hagelt es Schuldzuweisungen an die Pflegeeltern. Doch die Verteidigung will auf Freispruch plädieren.

Im Blitzlichtgewitter der Fotografen verdeckt Sylvia L. ihr Gesicht mit einem grauen Kapuzenpulli und einem rosa Schal. Neben ihr sitzt regungslos ihr Ex-Partner Wolfgang A., der seine schwarze Kappe tief ins Gesicht zieht und sich hinter einem Notizblock versteckt. Beide waren drogenabhängig und bekamen Methadon als Ersatzdroge. Jetzt sind sie angeklagt, ihr Pflegekind, die elfjährige Chantal, vor knapp drei Jahren vernachlässigt zu haben. Mit fatalen Folgen: Chantal starb am 16. Januar 2012 an einer Überdosis Methadon.

Pflegemutter weint

Am ersten Tag des Prozesses gegen die Pflegeeltern am Montag (01.12.) prallen vor dem Hamburger Landgericht zwei Wahrheiten aufeinander: Die Staatsanwaltschaft glaubt an fahrlässige Tötung und Verletzung der Fürsorge- und Erziehungspflicht, die Verteidigung an einen tragischen Unfall. "Es tut weh, sie verloren zu haben", sagt die Pflegemutter Sylvia L. in ihrer Erklärung und wischt sich Tränen aus dem Gesicht. Am Rande der Verhandlung hofft der Anwalt sogar auf einen Freispruch für die Angeklagten, denn der Tod der Elfjährigen werfe Fragen auf.

Medikament gegen Übelkeit

Am 15. Januar 2012 bekommt Chantal nach dem Abendessen Magenkrämpfe, im Laufe des Abends geht es ihr immer schlechter. Später rät die abwesende Mutter dem Kind per Telefon, ein Medikament gegen Übelkeit zu nehmen - das soll die Elfjährige mit dem für sie tödlichen Methadon verwechselt haben.

Fatale Folgen

Am nächsten Morgen ist dem Mädchen noch immer übel und es will nicht in die Schule gehen. Der 54-jährige Pflegevater lässt das kranke Kind alleine in der Wohnung zurück. Am Nachmittag findet die Pflegemutter Chantal tot in ihrem Bett. Die Pflegeeltern hätten sich nicht ausreichend um ihr Kind gekümmert, sagt die Anklage. Wolfgang A. erklärt am ersten Prozesstag, er habe einfach "den Ernst der Lage nicht erkannt» und sei «zu keiner Zeit von Lebensgefahr ausgegangen".

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(dpa/mej)

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