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Radio Hamburg

Methadontod von Chantal

Polizistin entsetzt über Zustände in Wohnung

Hamburg, 04.12.2014
Eltern von Chantal beim Prozessauftakt

Die Pflegeeltern von Chantal müssen sich vor Gericht verantworten.

Die elfjährige Chantal starb an einer Methadon-Vergiftung. Die Ersatzdroge soll das Mädchen in der Wohnung seiner Pflegeeltern gefunden haben.

Die Wohnung der Pflegeeltern der an einer Methadon-Vergiftung gestorbenen elfjährigen Chantal aus Hamburg war nach Ansicht von drei Zeugen verwahrlost. Die Räume seien düster, beklemmend und extrem unordentlich gewesen, erklärten zwei Polizisten und eine Polizistin vor dem Landgericht. Die Beamten waren nach dem Tod des Mädchens im Januar 2012 als erste in der Wohnung im Stadtteil Wilhelmsburg. "Mein Eindruck war, wieso dürfen Pflegekinder hier leben?", sagte die 42 Jahre alte Polizistin. "Ich war entsetzt. Hier sollten Kinder nicht leben."

Düster, dreckig, kalt

Die Zeugen berichteten, in der Küche hätten sich Essensreste und dreckiges Geschirr gestapelt, Medikamente seien im Kühlschrank frei zugänglich gewesen. In der gesamten Wohnung und im Treppenhaus habe es kein Licht gegeben. Die Rettungssanitäter mussten mit Taschenlampen das Kinderzimmer beleuchten, in dem sich ein Notarzt um Chantal kümmerte. Die Pflegeeltern sind wegen fahrlässiger Tötung und Verletzung der Fürsorge- und Erziehungspflicht angeklagt. Die Staatsanwaltschaft wirft der 50-Jährigen und ihrem vier Jahre älteren Ex-Partner vor, sie hätten die Heroin-Ersatzdroge Methadon in der gemeinsamen Wohnung ungesichert herumliegen lassen.

Was wusste das Jugendamt?

Starke Schmerzmittel und Psychopharmaka soll das Paar in einer Box im Wohnzimmer aufbewahrt haben. Sie sei davon ausgegangen, dass die Kinder, die in der Wohnung lebten, nicht an die Medikamente gehen,
sagte die Angeklagte am Donnerstag (04.12.). "Ich habe den Kindern vertraut. Sie sind ja nicht mehr drei oder vier Jahre alt". Die Frau erklärte, sie und ihr damaliger Partner hätten jede Woche jeweils etwa 20 Methadon-Tabletten eingenommen. Das Methadon hätten sie jedoch in ihrer Garage aufbewahrt. Nach Darstellung der 50-Jährigen wusste das Jugendamt bereits seit 2008, dass beide Pflegeeltern die Ersatzdroge nehmen. Die 18-jährige Tochter der Angeklagten, die am Donnerstag vor Gericht befragt werden sollte, verweigerte die Aussage. (dpa/apr)