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Radio Hamburg

Trauerfeier für Siegfried Lenz

Helmut Schmidt hält bewegende Rede

Hamburg , 28.10.2014
RHH - Expired Image

Im Michel hielt Altbundeskanzler Helmut Schmidt eine Rede für seinen verstorbenen Freund Siegfried Lenz.

Bei der Trauerfeier für den verstorbenen Schriftsteller Siegfried Lenz im Hamburger Michel hielt der 95-Jährige eine bewegende Rede für seine Freund "Siggi".

Altbundeskanzler Helmut Schmidt verband mit dem Schriftsteller Siegfried Lenz eine jahrzehntelange Freundschaft. Die dpa hat Auszüge aus seiner Rede bei der Trauerfeier im Michel dokumentiert.

Lilo, Siggi, Loki and ich

"Mit dem Tod von Siegfried Lenz ist für mich eine Freundschaft zu Ende gegangen, die über ein halbes Jahrhundert gedauert hat. Und die mich immer wieder bereichert hat", so Schmidt in seiner Rede, "Über Jahrzehnte haben wir uns im Sommer zu viert zusammengesetzt - Lilo, Siggi, Loki und ich. Und die beiden Frauen waren mindestens genauso wichtig wie die beiden Männer." 

Großer Geschichtenerzähler

"Er hat sich selbst einen Schriftsteller genannt, aber hinter dem Schriftsteller blieb ein Philosoph einigermaßen verborgen, und in dem Philosophen steckte ein stringenter Moralist." Siegfried Lenz sei leise mit seiner Moral geblieben und habe sie dem Leser nicht aufgedrängt, sagte Schmidt, der mit dem Schriftsteller jahrzehntelang befreundet war. "Und noch heute gilt: Man kann sie annehmen, man muss es aber gar nicht. Für Loki und für mich war Siegfried Lenz der Ombudsmann des menschlichen Anstandes."

"Bei alledem war Siggi Lenz ein großartiger Geschichtenerzähler. Ich habe seinen Einfallsreichtum und die Kraft seiner Fantasie immer bewundert." 

Mann ohne erkennbare Schwächen

"Siggi war ein Mann mit einem großen Einfühlungsvermögen. Er war ein Mensch von großer Freundlichkeit und von großer Bescheidenheit. Für mich blieb er ein Mann ohne erkennbare Schwächen. Ich werde ihn sehr vermissen."

Scholz: "Lehrreich erzählen, ohne sich belehrend zu geben"

Zuvor hatte Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) erklärt, Lenz habe die rar gewordene Kunst beherrscht, "lehrreich zu erzählen, ohne sich belehrend zu geben". "Seine Erzählungen haben die Kraft, uns vor allzu einfachen Antworten auf die Herausforderungen unserer Zeit zu schützen."

Bedeutender Nachkriegsautor

Lenz, 1926 in Lyck/Ostpreußen geboren, starb am 7. Oktober im Alter von 88 Jahren in Hamburg. Mit Romanen wie "Deutschstunde" und "Heimatmuseum" sowie humorvollen Bänden wie «So zärtlich war Suleyken» gehörte Lenz neben Heinrich Böll und Günter Grass zu den großen Nachkriegsautoren.

(dpa/mgä)

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