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Radio Hamburg

Verkauf von illegalen Feuerwerkskörpern

Angeklagter legt Geständnis ab

Hamburg, 28.04.2015
Prozess, Feuerwerkskörper, Hamburg, Gericht, Oliver R., Picture Alliance

Der Angeklagte Oliver R. hat zum Prozessauftakt ein Geständnis abgelegt.

Zum Auftakt des Prozesses um den Besitz und Verkauf von illegalen Feuerwerkskörpern hat Oliver R. aus Billstedt ein Geständnis abgelegt.

Einen Tag vor Silvester vergangenen Jahres haben Fahnder die mehr als drei Tonnen Böller und Raketen sowie mehrere Schusswaffen und Sprengstoff in der Wohnung des 46-Jährigen in Billstedt sowie in seiner damaligen Werkstatt in Hamm entdeckt. Vor dem Hamburger Landgericht hat Oliver R. zum Prozessauftakt den nun Besitz gestanden. Mit den Feuerwerkskörpern habe er von seiner Autowerkstatt im Stadtteil Hamm sowie von seiner Wohnung im Hamburger Stadtteil Billstedt aus Handel getrieben, sagte der Mann. Der Angeklagte sprach von einer illegalen Böllerszene in Deutschland.

Auch Polizisten sollen unter den Kunden gewesen sein

"Zu den Kunden zählten auch Polizeibeamte, die in Uniform bei mir erschienen. (...) Sie kamen aus allen Schichten", hieß es in einer Erklärung des Mannes, die sein Verteidiger vorlas. Noch am 30. Dezember 2014 habe er gehofft, bis Silvester die rund 65.000 illegalen Feuerwerkskörper zu verkaufen, sagte er in der Verhandlung. Die Ware aus Italien, Holland oder Tschechien sei ihm per VW-Bus nach Hause geliefert worden, Bestellungen erhielt er per SMS. Meistens habe er die in Deutschland nicht zugelassenen Feuerwerkskörper mit so verharmlosenden Namen wie Tiger, Panda oder Bob schließlich in seiner Autowerkstatt verkauft. Eine Lizenz für die explosive Ware hatte er nicht. Details zu Kunden und Lieferanten nannte der gelernte Heizungsbauer keine.

"Gefahr eines großen Unglücks"

Rund 200 Menschen mussten für die Bergung des explosiven Materials rund um die Billstedter Wohnung die Gebäude verlassen - auch eine Handgranate sowie Bergbau-Sprengstoff waren bei ihm zu Hause gefunden worden. "Es bestand die Gefahr eines großen Unglücks" sagte der Staatsanwalt, der dem Mann unter anderem Verstöße gegen das Sprengstoff- und das Kriegswaffenrecht vorwirft. "Haben Sie eine Ahnung, was passiert wäre, wenn es in dem fünfstöckigen Haus gebrannt hätte?", fragte er den Angeklagten, der zudem mehrere Pistolen, einen Revolver, eine Pumpgun sowie Tausende Schuss Munition besessen hatte. Gutachter sollen im Verfahren nun beurteilen, wie gefährlich die Lager für die Anwohner im Einzelnen waren.

Kontrolle verloren

Warum der Mann aus Hamburg außer tonnenweise Feuerwerk auch Waffen und Sprengstoff hortete, blieb zunächst unklar. "Was zum Teufel wollten sie damit", fragte die Vorsitzende Richterin bewegt. "Ich kann es nicht sagen. Vielleicht wollte ich es haben, weil es verboten ist", erwiderte der Angeklagte. Zur Menge der illegalen Böller sagte er: "Ich habe letztes Jahr die Kontrolle verloren." 2009 habe er angefangen die Ware für sich sowie Freunde und Bekannte zu bestellen - 2014 wurden mehr als drei Tonnen beschlagnahmt.

(dpa / ste)