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Radio Hamburg

Armutsbericht

Armut steigt bundesweit am stärksten in Hamburg

Hamburg, 19.02.2015
Armut Armutsbericht Hamburg Börse

In keinem anderen Bundesland ist die relative Armut derart gestiegen wie im reichen Hamburg.

In keinem anderen Bundesland ist die Armut so sehr gestiegen wie im reichen Hamburg. Herausforderung für die Koalition von SPD und Grünen.

In keinem anderen Bundesland ist die Armut laut dem Armutsbericht des Paritätischen Wohlfahrtsverbands derart gestiegen wie im reichen Hamburg. Für Sozialverbände und Gewerkschaften ist damit klar: Das Thema muss bei den anstehenden Koalitionsverhandlungen von SPD und Grünen oberste Priorität haben. "Der neue Senat wird auch daran gemessen werden, ob er die steigende Armut in den kommenden Jahren wieder verringern kann", erklärte der Geschäftsführer des Paritätischen Wohlfahrtsverbands Hamburg, Joachim Speicher. Hamburgs DGB-Vorsitzende Katja Karger betonte: "Der deutliche Anstieg der Armutsgefährdungsquote in Hamburg ist ein klarer Arbeitsauftrag für den künftigen Senat."

Große Kluft zwischen arm und reich

Laut dem in Berlin vorgestellten Bericht stieg die Armutsquote in Hamburg innerhalb eines Jahres um 2,1 Punkte und damit bundesweit am stärksten. Lag sie 2012 gemessen am Bundesmedian noch bei 14,8 Prozent, stieg sie 2013 auf 16,9 Prozent und damit 1,4 Punkte über den Bundesdurchschnitt. Auf der anderen Seite liegt Hamburg nach Angaben des Wohlfahrtsverbands bei der Einkommensreichtumsquote mit 11,3 Prozent bundesweit an erster Stelle. Als reich gilt, wer über
mehr als 200 Prozent, als arm, wer über weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens verfügt. 2013 lag dieses bei Singlehaushalten bei 892 Euro, bei Familien mit zwei Kindern bei 1873 Euro im Monat. "Offenbar schafft es die Stadt zwar, Reichtum zu schaffen, aber nicht, ihn sozial gerecht zu verteilen", sagte der Landesvorsitzende des Sozialverbands Deutschland (SoVD), Klaus Wicher.

Alleinerziehende und Familien betroffen

Das höchste Armutsrisiko hätten Erwerbslose, Alleinerziehende, Familien mit drei und mehr Kindern sowie Hamburger mit Migrationsgeschichte. "Die soziale Gerechtigkeit war im Wahlkampf kein Thema, muss aber in den Koalitionsverhandlungen ganz oben auf der Agenda stehen", sagte Speicher. Außerdem müsse eine Enquete-Kommission eingesetzt werden, die mit den Parteien Strategien in der Armutsbekämpfung entwickelt. "In einer der reichsten Städte Europas dürfen wir nicht tatenlos dabei zusehen, wie die Kluft weiter wächst." Hamburgs Grünen-Chefin Katharina Fegebank sicherte Unterstützung zu: "Wir wollen, dass die Politik sich in der neuen Legislaturperiode um das Thema kümmert und Lösungsansätze (...) entwickelt."

Teilzeitarbeit und Minijobs eindämmen

Nach Ansicht des DGB ist ein effektives Arbeitsmarktprogramm - mit Fokus auf Langzeitarbeitslose und schwer vermittelbare Menschen - notwendig. Prekäre Beschäftigungsverhältnisse müssten zurückgedrängt werden. "Hier kann die Stadt initiativ und innovativ in Behörden, Universitäten, Schulen und Ämtern vorangehen", betonte Karger. Für den Sozialverband ist zudem wichtig, Teilzeitarbeit und Minijobs einzudämmen und etwa Integrationshilfen für sozial benachteiligte Familien zu verstärken. (dpa)

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