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Radio Hamburg

"Müssen mit allem rechnen"

Ärzte haben kaum noch Hoffnung für Schmidt

Hamburg, 09.11.2015
Ex-Kanzler Helmut Schmidt im Rollstuhl

Helmut Schmidts Zustand hat sich im Laufe des Montags (09.11) dramatisch verschlechtert.

Um Altkanzler Schmidt steht es zunehmend schlecht. Nach Angaben von Schmidts Leibarzt habe sein Körper "kaum noch Widerstandskräfte".

Dem Altkanzler Helmut Schmidt geht es sehr schlecht. Wie es aus dem Umfeld des SPD-Politikers heißt, hat sich der Gesundheitszustand es 96-Jährigen im Laufe des Montags erheblich verschlechtert. Schmidts Leibarzt Prof. Heiner Greten sagte der "Bild"-Zeitung: "Sein Körper hat kaum noch Widerstandskräfte. Wir müssen jederzeit mit allem rechnen."

Tocher angereist

Zuerst hatten das «Hamburger Abendblatt» und der Sender NDR 90,3 am frühen Montagmorgen unter Verweis auf Schmidts Freundeskreis über die Verschlechterung berichtet. Dem "Abendblatt" zufolge ist Schmidts Tochter aus England nach Hamburg gekommen und hält sich bei ihrem Vater im Elternhaus auf.

Schmidt wird rund um die Uhr betreut

Der Altkanzler war Anfang September in Hamburg wegen eines Blutgerinnsels am Bein operiert worden. Nach gut zwei Wochen verließ er das Krankenhaus und kehrte in sein Haus in Hamburg-Langenhorn zurück, wo er rund um die Uhr betreut wird. "Die Entlassung erfolgte auf ausdrücklichen Wunsch des Patienten", hatte die Hamburger Asklepios-Klinik St. Georg damals erklärt.

Zustand dramatisch verschlechtert

Die "Bild"-Zeitung schrieb unter Berufung auf den Leibarzt und die Familie, Schmidts Zustand habe sich seit dem Wochenende "dramatisch zugespitzt". Der Altkanzler habe sich zusätzlich zu weiteren Beschwerden in Folge der schweren Gefäß-OP vor zwei Monaten eine unklare Infektion zugezogen, habe hohes Fieber von 39 Grad und sei derzeit nicht mehr ansprechbar.

Gesundheitszustand bessert sich auch zu Hause nicht

Nach Schmidts Entlassung aus der Klinik Mitte September hatte sein Kardiologe Prof. Karl-Heinz Kuck die Hoffnung geäußert, dass der 96-Jährige zu Hause wieder zu Kräften kommt. Gegen eine Zigarette hatte Kuck damals nichts einzuwenden. "Schmidt raucht seit mehr als 80 Jahren. Er soll ruhig wieder zur Zigarette greifen. Hauptsache, er bewegt sich." In der Klinik hatte der SPD-Politiker und Mitherausgeber der Wochenzeitung "Die Zeit" nach Angaben der Ärzte nicht geraucht. Er habe aber ein Nikotinpflaster bekommen. Bei früheren Krankenhausaufenthalten soll der Altkanzler nach Informationen aus Klinikkreisen immer geraucht haben - ungeachtet eines Verbots.

Hamburger Jung im Kanzleramt

Schmidt war von 1974 und bis 1982 als Nachfolger von Willy Brandt Bundeskanzler. In der Großen Koalition war er zuvor von 1967 bis 1969 Vorsitzender der SPD-Bundestagsfraktion und danach Verteidigungs- und Finanzminister. Den Hamburgern ist Schmidt auch als tatkräftiger Innensenator während der Sturmflut von 1962 im Gedächtnis. Der Sohn eines Volksschullehrers kam am 23. Dezember 1918 im Hamburger Arbeiterviertel Barmbek zur Welt.

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Dem 96-Jährigen gehe es sehr schlecht, heißt es in seinem Umfeld. Schmidt war erst Mitte September nach einer Ope ...

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