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Radio Hamburg

Nach Fällen von Kindesmisshandlung

Mehr Personal für Hamburgs Jugendämter

Hamburg, 23.09.2015
Sozialsenator Detlef Scheele

Sozialsenator Detlef Scheele bei der Pressekonferenz zum Thema Personalmangel in Hamburgs Jugendämtern.

Lara Mia, Chantal oder Yagmur - diese Kinder sind durch Kindesmisshandlung gestorben. Jetzt bekommen die Jugendämter mehr Personal.

Im Januar 2012 starb die elfjährige Chantal an einer Überdosis Methadon. Das Mädchen stand unter der Aufsicht des damals nach eigenen Angaben überforderten Allgemeinen Sozialen Diensts. Nun erhalten die Jugendämter dauerhaft mehr 

Mit dem Personalbemessungssystem seien die notwendigen Grundlagen nun geschaffen worden, sagte Sozialsenator Detlef Scheele (SPD) am Dienstag. Die Gewerkschaft Verdi begrüßte die Entscheidung. Ob das reiche, werde sich jedoch erst nach einer Auswertung 2018 zeigen. FDP und Linke kritisierten vor allem die lange Dauer des Verfahrens.

Der Senat hatte Ende 2014 die Stellenzahl im ASD um 74,3 erhöht. Einschließlich der sich durch das neue Bemessungssystem nun ergebene leichte Zunahme auf 75,5 Stellen verfügt der ASD damit dauerhaft über rund 446 Stellen - die meisten dabei in den Bezirken Wandsbek und Mitte. Etwa 25 Stelle seien derzeit vakant.

Grausame Schicksale

Die elfjährige Chantal war im Januar 2012 an einer Überdosis Methadon gestorben. Die Heroin-Ersatzdroge war für ihre Pflegeeltern gedacht. Chantal war jedoch davon ausgegangen, es handele sich um ein Medikament gegen Übelkeit. Das Mädchen stand damals unter der Aufsicht des Jugendamts. Der Behörde wurden später schwere Fehler vorgeworfen, was auch ein Parlamentarischer Untersuchungsausschuss aufzuklären versuchte. Die Pflegeeltern wiederum wurden im Februar zu Bewährungsstrafen zwischen acht Monaten und einem Jahr verurteilt

Sozialsenator Scheele betonte, das neue Personalbemessungssystem sei im Einvernehmen mit allen Beteiligten inklusive der Mitarbeiter erstellt worden und gebe nun Auskunft darüber, wie hoch der tatsächliche Personalbedarf sei. "Es dürfte sich jetzt eigentlich kein Streit mehr abspielen über 60 Stellen mehr oder 40 weniger", sagte Scheele.

Problem Personalmangel

Die größte Herausforderung bestehe nun jedoch darin, die Sozialpädagogen-Stellen tatsächlich besetzt zu halten. Man müsse kein Hellseher sein um zu sagen, dass bei den Prognosen für Flüchtlinge, dem Aufbau von Krippen und Kitas und dem Ausbau von Ganztagsschulen die Sozial- und Erziehungsfachleute sehr gefragt seien, sagte der Senator und räumte ein: "Das ist schon ein Problem."

(dpa/aba)

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