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Radio Hamburg

Totgeschütteltes Baby Tayler

Urteil gegen den Stiefvater erwartet

Hamburg, 19.12.2016
RHH - Expired Image

Trauer um den erst 13 Monate alten Tayler.

Es ist eine unvorstellbare Tat. Ein Mann soll ein Baby totgeschüttelt haben. Nun soll am Montag (19.12.) das Urteil gesprochen werden.

Im Prozess gegen den Stiefvater des totgeschüttelten Babys Tayler wird am Montag (14 Uhr) in Hamburg das Urteil erwartet. Dem 27-Jährigen wird vorgeworfen, den dreizehn Monate alten Jungen am 12. Dezember 2015 so heftig geschüttelt zu haben, dass er eine Woche später an den Folgen starb.

Die Staatsanwaltschaft fordert eine Haftstrafe von elf Jahren. Die Verteidigung hingegen plädierte auf Freispruch.

Mit schwersten Hirnverletzungen und einem Schütteltrauma war der kleine Junge in die Notaufnahme des Universitätsklinikum Eppendorf gebracht worden. Der Angeklagte war zuvor mit Tayler allein gewesen. Die Ermittlungen gegen die 23-jährige Mutter wurden eingestellt, nachdem der Tatzeitpunkt genauer eingegrenzt werden konnte. Der Angeklagte bestreitet die Tat. Das Kind stand zum Tatzeitpunkt unter Betreuung des Jugendamtes.

Das ist so gefährlich beim Schütteln

Schüttelt man ein Baby entsteht ein sogenanntes Schütteltrauma. Das kann, wie im Fall des kleinen Tayler, lebensgefährlich sein. "Ein Säugling hat aufgrund seiner noch schwachen Nackenmuskulatur kaum Kontrolle über seinen Kopf", erklärt Dr. Jakob Matschke, Neuro­­pathologe und Rechtsmediziner an der Universitätsklinik Hamburg-­­Eppendorf. "Hinzu kommt das ungleiche Größenverhältnis zwischen Kopf und dem übrigen Körper. Beides zusammen verstärkt die Kräfte noch, die beim Schütteln auf das Kind einwirken." Die Blutgefäße der Hirnhäute halten dann den Beschleunigungs- und Abbremskräften des Schüttelns nicht stand und reißen ein. Die Folge: schwere Blutungen unter der Schädeldecke. (Quelle:  http://www.baby-und-familie.de/

(dpa/aba)