Es gibt neue Inhalte auf unserer Startseite - jetzt aktualisieren! [Schließen]
Radio Hamburg

Doch nicht allein radikalisiert?

Der Werdegang von Ahmad A.

Hamburg, 02.08.2017
Asylantrag Stempel

Die lange Reise des Messerangreifers Ahmad A. 

Nach der Panne des Bundesamts für Migration soll sich jetzt laut "Bild" Messerangreifer Ahmad A. auch nicht allein radikalisert haben.

Bisher ist die Bundesanwaltschaft davon ausgegangen, dass Ahmad A. sich allein radikalisiert hat - jetzt ist der "Bild"-Zeitung zufolge in seinem Flüchtlingsheim-Zimmer eine Fahne der Terrororganisation Islamischer Staat gefunden worden.
Unterdessen haben unsere Recherchen ergeben, dass der Palästinenser bereits 2008 - also vor knapp 9 Jahren - aus seiner Heimat geflüchtet ist.

Verwirrende Reise

Er ist mit 17 aus dem Gazastreifen illegal nach Ägypten gereist. Von dort in die Türkei, dann nach Griechenland und dann nach Norwegen. Er hatte meist Hilfe von Schleppern. Nachdem Norwegen den Asylantrag abgelehnt hatte, ist er 2013 nach Schweden zu seinem Bruder und hat Asyl beantragt. Dort haben die Behörden ihn jedoch zurück nach Norwegen geschickt, von wo er dann zwischenzeitlich illegal nach Spanien gereist ist. Im März 2015 ist der Palästinenser dann schließlich in Deutschland angekommen. Eineinhalb Jahre später ist sein Asylantrag hier abgelehnt wurden und er bekam Duldungen, die immer wieder verlängert wurden.

Behördenpanne

Auch die Deutschen Behörden hätten Ahmad A. nach Norwegen zurückschicken können, das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BaMF) hat die Frist dafür aber um einen Tag verpasst.  "Diese Frist hatte mit der Treffermeldung von Ahmad A. im Fingerabdruck-System Eurodac am 11. Mai 2015 zu laufen begonnen", teilte die Behörde mit. Fristablauf ist demnach am 13. Juli 2015 gewesen, das Bamf stellte den Antrag nach eigenen Angaben einen Tag später. Die Sprecherin ergänzte: "Dies geschah in einer Zeit, als bereits eine erhöhte Anzahl von Asylsuchenden in Deutschland eingetroffen waren und das Bundesamt deshalb vor den allgemein bekannt großen Herausforderungen stand."

Bei der Messerattacke  von Ahmad A. vergangenen Freitag in einem Edeka-Supermarkt in Hamburg-Barmbek und der Verfolgung des mutmaßlichen Täters waren insgesamt sieben Personen verletzt und eine Person getötet worden.

Lest auch: Nach Barmbeker Messer-Attacke: Bundesanwaltschaft ermittelt gegen Ahmad A.

Nach der tödlichen Messer-Attacke in Barmbek hat die Bundesanwaltschaft die Ermittlungen gegen den Palästinenser ...

(ck/dpa/aba)

comments powered by Disqus