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Radio Hamburg

Im SPIEGEL-Interview

Timo Kraus' Witwe bezweifelt Unfall-Tod

Hamburg, 27.03.2017
Timo Kraus

HSV-Managers Timo Kraus in der Nähe der "Cap San Diego" aus der Elbe geborgen worden. Jetzt bezweifelt die Witwe den Unfall-Tod im SPIEGEL-Interview.

Knapp 11 Wochen ist es jetzt her, dass Timo Kraus, der Merchandising-Chef des HSV, nach einer Firmen-Feier an den Landungsbrücken spurlos verschwunden ist. Niemand weiß, was genau in der Januar-Nacht passiert ist. Nachdem er von seinen Kollegen in ein Taxi nach Hause gesetzt worden ist, hat sich Timo Kraus‘ Spur verloren. Am Donnerstag (23.03.) kam dann für seine Familie, Freunde und Kollegen die furchtbare Nachricht: Timo Kraus ist tot aus der Elbe geborgen worden – in der Nähe des Schiffes "Cap San Diego".

Polizei, Familie und Freunde fragen sich: Wieso ist er in die Elbe gefallen? Ist er bei Glatteis einfach ausgerutscht? Oder steckt noch mehr hinter seinem Tod? Bei der Obduktion wurde keine Fremdeinwirkung festgestellt, Kraus sei ertrunken, so das rechtsmedizinische Gutachten.

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Witwe Corinna Kraus im aktuellen SPIEGEL 

In der aktuellen SPIEGEL-Ausgabe zweifelt Corinna Kraus, die Witwe, an den bisherigen Angaben der Polizei, dass angeblich alles nur ein trauriger Unfall gewesen ist. Einige Partygäste haben im Nachhinein wohl berichtet, dass Timo sehr betrunken – andere wiederum, dass er nur angeheitert gewesen ist. "Ich habe meinen Mann noch nie stockbetrunken erlebt", erzählt Corinna Kraus im SPIEGEL-Interview. Und sie fragt sich: "Was suchte mein Mann bei Nacht auf dieser Brücke? War er allein? Ging er freiwillig dorthin? Hat ihn jemand ins Wasser gestoßen?"

Der Fall ist und bleibt mysteriös. Zwei Zeuginnen haben der Polizei berichtet, dass sie den HSV-Manager um kurz nach Mitternacht ohne Jacke und in desorientiertem Zustand noch an den Landungsbrücken gesehen haben. "Mein Mann wäre bei dieser Kälte niemals freiwillig ohne Jacke herumgelaufen. Dazu war er viel zu verfroren", kommentiert Corinna die Aussage der Frauen und fragt sich, ob ihm die Jacke vielleicht gestohlen worden ist.

Der Einzige, der neben dem verstorbenen Timo Kraus berichten könnte, was genau passiert ist, wäre theoretisch der Taxifahrer, der Kraus nach Hause fahren sollte. Aber der Mann ist auch nach eingehender Suche der Polizei einfach nicht aufzufinden.

Polizei beendet Ermittlungen

Nach dem Tod des HSV-Managers Timo Kraus hat die Polizei die Ermittlungen inzwischen eingestellt. "Alles, was wir wissen, deutet darauf hin, dass es sich um einen Unglücksfall handelt", sagte Jan Krüger von der Polizeiinspektion Harburg. Als Todesursache stehe Ertrinken fest; das habe das Obduktionsergebnis ergeben. "Es gibt keine äußeren Verletzungen und keine Hinweise auf eine Straftat", erläuterte Krüger. Mit der Identifizierung des Toten sei der Vermisstenfall nun abgeschlossen. 

(cfe/aba/dpa)