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Radio Hamburg

Bahn-Bosse im Studio

Thema Bahnsicherheit

Die Chefs von Hochbahn, S-Bahn, HVV und PVG stehen im Studio Rede und Antwort.

Sicherheit in öffentlichen Verkehrsmitteln - es gibt momentan kein wichtigeres Thema in Hamburg. Eine repräsentative Umfrage im Auftrag von Radio Hamburg hat ergeben, dass 53 % der Hamburger manchmal nachts öffentliche Verkehrsmittel meiden, weil sie sich unsicher fühlen. Kein Wunder: In den letzten Monaten hat es viele Gewalttaten und sogar zwei Todesopfer durch Übergriffe am Jungfernstieg und in einem Fußgängertunnel in der Nähe des Bahnhofs Harburg gegeben. Wir haben deshalb die Bosse der im HVV organisierten Verkehrsbetriebe ins Studio eingeladen.

Der Hochbahn-Vorstandsvorsitzende Günter Elste, HVV-Geschäftsführer Peter Kellermann, der Chef der Hamburger S-Bahn, Kay Uwe Arnecke, und VHH-PVG-Vorstand Dr. Thomas Becker diskutieren mit Rainer Hirsch über Sicherheit und Gewalttaten.

Rainer Hirsch (Radio Hamburg): Wir haben in den letzten Monaten eine statischte Erhöhung von Gewaltfällen in S-Bahn, U-Bahnen und Bussen erlebt. Da hat es viele krasse Fälle gegeben bishin zu Todesfällen. Wie wollen sie künftig damit umgehen?

Peter Kellermann (HVV): "Sie haben Recht, es ist sehr bedauerlich, dass es in den letzten Monaten einige Fälle gegeben hat, die uns Kopfzerbrechen gemacht haben, die schwierig sind. Und trotzdem sind wir fest überzeugt, dass wir in den letzten Jahren sehr viel für Sicherheit getan haben und heute im öffentlichen Nahverkehr eine Situation vorfinden, die für die Fahrgäste in aller Regel in Ordnung ist und die wir sehr gut verantworten können."

Rainer Hirsch: "Eine Frage von Arne Pertz aus Bramfeld."

Arne Pertz aus Bramfeld: "Ich frage mich allen Ernstes, was den Herren wichtiger ist: Die Sicherheit und die Unversehrtheit der Fahrgäste und Kunden oder deren Statistiken? Ich höre die ganze Zeit ‚Die Statistik besagt dies, die Statistik besagt das‘ - Das ist aus meiner Sicht doch alles völlig unwichtig. Die Zahlen belegen, dass es mehr Gewalttaten gibt und dagegen kann man doch was tun, oder nicht?"

Peter Kellermann: "Statistiken sind Maßstab dafür, wie erfolgreich man ist oder nicht. Wir wollen hier nicht nur über Zahlen reden. Und wir haben eben begonnen, über das Gefühl der Menschen zu reden, was uns natürlich extrem wichtig ist. Aber man kann, wenn man verantwortlich ist, nicht alleine mit Gefühlen argumentieren, man muss letztlich in den Zahlen sehen, was hat das gebracht, was man tut. Und da sind die Zahlen gut - sowohl was die Anzahl der Sicherheitsvorfälle angeht als auch was unsere Ergebnisse in der Marktforschung angeht zum Gefühl der Kunden."

Rainer Hirsch: "Macht sie das zufrieden, Herr Pertz?"

Arne Pertz: "Kein Stück. Weil es ist ganz einfach so: Vielleicht hat es mehr Maßnahmen gegeben. Aber es ist doch so, dass gerade in den letzten Wochen und Monaten immer häufiger diese Nachrichten kommen, dass irgendjemand wieder zusammengeschlagen wurde, der nichts damit zu tun hat, der zufällig am Ort war. Wenn ich mir vorstelle, ich bin mit meinem Sohn, der ist 7, unterwegs - also ich würde in den frühen Abendstunden keine U-Bahn mehr betreten und auch keinen Bus, weil ich einfach das Risiko nicht eingehen möchte, dass mir oder meinem Kind was passiert!"

Dr. Thomas Becker: "Um für den Bus zu sprechen: Wenn Sie abends mit ihrem Sohn unterwegs sein sollten, kann ich Ihnen versichern, dass das Risiko, dass eine Gruppe von Jugendlichen oder sonst irgendwelchen Leuten im Bus anfängt Gewalt auszuüben so gering ist, dass es noch nicht mal im Promillebereich liegt. Und eine zweite Empfehlung darf ich vielleicht noch dazugeben: Wenn Sie für sich und für Ihr Sicherheitsgefühl das besser finden, gehen Sie zum Fahrer, setzen Sie sich in die Richtung des Fahrers. Vielleicht direkt dahinter, die Sitzgruppe links dahinter. Da sind Sie unmittelbar an demjenigen, der auch dann im Zweifel in der Leitstelle Bescheid sagen kann, falls was passieren sollte."

Rainer Hirsch: "Herr Pertz, hilft Ihnen das?"

Arne Pertz: "Nicht wirklich. Vor Kurzem war doch auch so ein Vorfall im Bus und da ist der Busfahrer angehalten und die Täter sind ausgestiegen. Klar, man muss natürlich gucken, dass die anderen Fahrgäste nicht in Mitleidenschaft gezogen werden, aber ich weiß nicht. Ich find’s toll von Radio Hamburg, dass so eine Aktion gestartet wurde, ich finde es wichtig. Aber es ist doch irgendwie unsinnig, darüber zu diskutieren. Man muss doch zumindest den Versuch unternehmen, dass das weniger wird. Ob das nun letztendlich Erfolg hat oder nicht. Fünf Millionen Euro im Jahr – ich bin gerne bereit, dafür ein bisschen mehr Geld auszugeben, wenn ich Bus und U-Bahn fahre. Wenn ich einfach für mich das Gefühl habe, es sind mehr Leute da, die aufpassen und die Wahrscheinlichkeit, dass etwas passiert, ist wesentlich geringer."

Die komplette Diskussion zum Reinhören:

Bahnsicherheit Diskussion Teil 1

Bahnsicherheit Diskussion Teil 2