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Radio Hamburg

Dritter Verhandlungstag

Drach bekommt Rückendeckung von der Mutter

Reemtsma-Entführer Thomas Drach hat im neuen Prozess gegen ihn Rückendeckung von seiner Mutter und einem Freund bekommen.

Hamburg - Beide wiesen die neuen Vorwürfe am Dienstag (18.10.2011) vor dem Hamburger Landgericht zurück. "Er ist doch gar nicht so, dass andere Angst haben müssen vor ihm", sagte die 75-jährige Mutter. Allerdings habe es zwischen Drach und seinem jüngeren Bruder Streit um das Lösegeld gegeben. "Es ging um dieses Geld von der Reemtsa-Entführung", sagte sie. "Dass der Thomas denkt, dass der andere das Geld hat - aber so ist es ja nicht." Ob noch Geld aus der
Entführung da sei, wisse sie nicht.

Erpressungs-Vorwürfe zurückgewiesen

Die Staatsanwaltschaft wirft Drach vor, im Februar 2009 versucht zu haben, aus dem Gefängnis heraus in zwei Briefen den Freund zur Erpressung seines Bruders anzustiften. Drach habe geplant, dass der Freund seinen Bruder nach dessen Entlassung vom Gefängnis abholen sollte - in Begleitung von Drachs Mutter. Beide wiesen die Vorwürfe zurück. "Es geht auf seine Entlassung zu und man versucht, ihm mit so einem lapidaren Fall einen Knüppel zwischen die Beine zu werfen", sagte der Freund, der auf Ibiza lebt. Man versuche, an Drach ein Exempel zu statuieren. Er sei vor Gericht erschienen, um Drach zu helfen.

Thomas Drach stellte sowohl seiner Mutter als auch dem Freund nach ihren Vernehmungen die gleiche Frage: Ob sie sich vorstellen könnten, dass er sie zu diesem "Raub" geschickt habe? "Das würden weder er
noch ich je tun", sagte die Mutter. Sie erschien mit einem langen Mantel und einer Kapuze auf dem Kopf vor Gericht. Nach ihrer Vernehmung verabschiedete sie sich von Drach mit einer Umarmung. Drachs Mutter sagte, sie glaube, dass Drach nur wegen der Haftbedingungen manchmal Wut verspüre. Auch seine derbe Sprache führe sie darauf zurück. "Er muss immer alleine sitzen, dann rastet man wahrscheinlich aus", sagte sie. Auch der Freund sagte, Drach sei
frustriert und die Einzelhaft belaste ihn. "Ich kann das auch nachvollziehen. Da stauen sich Aggressionen auf und die müssen dann raus." Auch Drachs Verteidiger hatte zu Beginn des Prozesses versucht, die Briefe so zu erklären. Nach Angaben einer JVA-Angestellten kann Drach aber durchaus Kontakt zu anderen Häftlingen haben, lehnt das aber kategorisch ab. Er habe Angst, dass es sich nur um Spitzel handle.

Gemeinsam mit Komplizen hatte Thomas Drach 1996 den Hamburger Millionen-Erben Jan Philipp Reemtsma entführt und über vier Wochen lang gefangen gehalten. Die Verbrecher kassierten ein Rekord-Lösegeld, von dem bislang nur ein geringer Teil wieder aufgetaucht ist. Seine Freiheitsstrafe für dieses Verbrechen hat Drach im Juli 2012 abgesessen. (dpa)