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Radio Hamburg

Rückblick auf Hamburger Flutkatastrophe

50. Jahrestag der Sturmflut 1962

Sturmflut 1962

Auf dieser Luftaufnahme von 1962 wird die Zerstörung der Sturmkatastrophe deutlich.

Die schwere Sturmflut von 1962 hat in der Nacht von Donnerstag (16.02.2012) auf Freitag (17.02.2012) ihren 50. Jahrestag. Hier finden Sie Zahlen, Daten und Fakten.

Hamburg, 15.02.2012

Schon fünf Tage vor der schweren Flutkatastrophe wird die Nordseeküste Deutschlands von schweren Stürmen heimgesucht. Am 15.02.1962 wird die erste Sturmwarnung im Radio gesendet, doch in der darauffolgenden Nacht verschlechtert sich das Wetter durch den eintreffenden Orkan noch stärker. Vor und in Hamburg brechen über 60 Deiche mit eine Gesamtlänge von 1,5 Kilometer. 315 Menschen ließen ihr Leben in den Fluten, wovon allein 200 im Stadtteil Wilhelmsburg starben.

Überflutung und Evakuierung

12.500 ha Land, das entspricht 1/6 des hamburgischen Staatsgebietes, werden überflutet. In diesem Überflutungsbereich lebten 100.000 Menschen, wovon 34.000 Menschen unmittelbar betroffen waren. Die Evakuierungseinsätze liefen auf Hochtouren, sodass insgesamt 8.000 Menschen gerettet werden konnten, 2.000 sogar aus unmittelbarer Lebensgefahr. Die übrigen 24.000 Menschen konnten in 50 Auffanglagern in Turnhallen und Schulen unterkommen.

Schäden

Durch die Sturmflut wurden 51 Wohnhäuser zerstört und 280 Wohnhäuser schwer beschädigt. Über 11.000 Wohnungen in mehr als 7.300 massiven Gebäuden waren vorübergehend nicht benutzbar. Und das im Winter!
Auch 3.800 Einzelhandelsgeschäfte, Handwerksbetriebe, Industrie- und Handelsbetriebe  sowie 900 landwirtschaftliche Betriebe mit ihren insgesamt 0,5 ha bewirtschafteten Fläche waren betroffen. Der Gesamtschaden belief sich auf 3 Milliarden DM.

Ausfall der Wasserversorgung

Infolge von insgesamt 60 Rohbrüchen, fielen am 17.02.1962 45% der Wasserversorgung aus. Das Elbwasser war zusätzlich in das Leitungsnetz eingedrungen und hatte das Trinkwasser in großen Teilen des Stadtgebietes ungenießbar gemacht.

Soforthilfe

Um den Betroffenen in der eisigen Jahreszeit eine schnelle Hilfe zu bieten, wurde jedem der 100.000 Bewohner 50 DM Soforthilfe gezahlt. Des Weiteren wurden finanzielle Beihilfen zur Beschaffung von neuem Wohnraum angeboten. 10.000 Wohnungen wurden auf Veranlassung der Behörden mit Heizluftgebläsen getrocknet.

Versäumte Deicherhöhung

All diese Verluste und Schäden hätten verhindert werden können, wenn die Deichhöhe von 5,70 Metern über Null auf die notwendige und bereits 1953 geforderte Deichhöhe von 6,50 Metern über Null erhöht worden wäre.

Sind wir heute sicher?

Letztendlich musste die Stadt Hamburg schmerzlich daraus lernen. Lesen Sie hier, was für den Schutz Ihrer Häuser und der Stadt getan wurde.

Die Sturmflut von 1962

Vergleich zwischen 1962 und heute

  • Wie hoch war der Deich 1962, wie hoch ist er heute?

    Deichhöhe 1825-1962: NN +5,70 m // Hauptdeichlinie 1962-1990: NN +7,20 m

    Hauptdeichlinie seit 1990: NN +7,50 m bis NN +9,25 m (noch in Bau), abhängig vom örtlichen Wellenangriff

    Zum Vergleich: Der höchste Pegel seit 1962 war 1976 NN +6,45

  • Wie viele Kilometer Deich waren es damals, wie viele sind es heute?

    1962: 110,4 Kilometer, die offiziell ausgewiesene Deichlinie wies 1962 allerdings zahlreiche „Lücken“ auf

    Heute: Hauptdeichlinie 103,2 km, zweite Deichlinie im Bereich Este und Doveelbe 35,7 km, Ringdeich Neuwerk 4,1 km

  • Wie viele Schleusen gab es damals, wie viele sind es heute?

    1962: Hinsichtlich der Anzahl der Bauwerke vor 1962 gibt es keine belastbaren Informationen

    Heute: Insgesamt 76 Bauwerke in der Hauptdeichlinie: 6 Schleusen, 6 Sturmflutsperrwerke, 27 Deichsiele und Schöpfwerke, 37 Sperrtore 

  • Damalige und heutige Deichtechnik

    Vor 1962 waren die Deiche erheblich niedriger, hatten sehr viele steile Böschungen und waren in einem schlechten Zustand. Damals durften noch Bäume auf dem Deich stehen und sogar Häuser in den Deich gebaut werden. Alle diese Einbauten stellten im Sturmflutfall potentielle Schwachstellen dar.

    Heute sind die modernen Deiche in Hamburg hohe Schutzbauwerke, bestehend aus einem Sandkern und einer Kleiabdeckung. Einbauten und Bäume sind auf Deichen aus Sicherheitsgründen nicht mehr erlaubt.

  • Was hat HH nach dem Ereignis 1962 grundlegend verändert?

    Modern konstruierte Deiche mit Sandkern, Kleiabdeckung, Deckwerk, Deichverteidigungsstraßen, flache Böschungen, Anlagen heute rund 2,50 m höher

  Hier finden Sie eine interaktive Karte mit Audio-, Text- und Bildbeiträgen.