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Radio Hamburg

Methadon-Vergiftung der kleinen Chantal aus Wilhelmsburg

Behörden geraten immer mehr unter Druck

Haus Chantal Methadon Aussenansicht

In diesem Haus hat Chantal bei ihren Pflegeeltern gewohnt.

Nachdem Ermittler größere Mengen der Ersatzdroge in der Garage der Pflegeeltern gefunden haben, kommen die Verantwortlichen in Erklärungsnot.

Hamburg - Die Pflegeeltern der an einer Methadon-Vergiftung gestorbenen elfjährigen Chantal sind nicht nur selbst drogensüchtig, sondern auch im Besitz von Tabletten der Heroin-Ersatzdroge gewesen. In der Garage der Familie hat die Staatsanwaltschaft 31 Methadon-Tabletten, am Arbeitsplatz des Pflegevaters eine weitere entdeckt. Die Ermittler haben bei ihnen außerdem Medikamente und Plastikflaschen mit einer bisher unbekannten Flüssigkeit beschlagnahmt, die nun untersucht werden sollen. Unklar bleibt auch nach dem Methadon-Fund, wie und wann Chantal die Heroin-Ersatzdroge zu sich nahm und ob sie es aus Versehen oder absichtlich getan hat.

Bürgermeister Scholz entsetzt

Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) hat sich bestürzt über Chantals Tod gezeigt und Konsequenzen angekündigt. „Ein Kind ist gestorben, und das ist ganz furchtbar“, sagte Scholz der Zeitung „Die Welt“ am Freitag (27.01.12). „Ich warne davor, jetzt achselzuckend zur Normalität übergehen zu wollen. Es muss jetzt vielmehr bis ins Detail geklärt werden, wie es zum Tod des Mädchens kommen konnte. Und ich will, dass die Frage mit aller Sorgfalt beantwortet wird, in welcher Pflegefamilie ein Kind sein neues Zuhause finden soll.“

Auch der Sozialverband Deutschland hat sich für eine klarere Kompetenz und Aufsicht bei der Auswahl von Pflegeeltern ausgesprochen. „Wenn Kinder Pflegeeltern anvertraut werden, dann müssen diese Werte vorleben“, teilte der Vorsitzende des Hamburger Landesverbandes, Klaus Wicher, mit. „Es kann nicht sein, dass Menschen eine Sorgfaltspflicht aufgelastet wird, die psychisch labil oder sozial nicht gefestigt sind.“ 

Ermittlungen laufen

Die Staatsanwaltschaft ermittelt bisher gegen vier Beschuldigte wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung - gegen die Pflegeeltern, gegen eine 27 Jahre alte Tochter und gegen Chantals leiblichen Vater. Am Mittwoch hatten die Ermittler zum zweiten Mal die Wohnung der Pflegeeltern durchsucht, die einen verwahrlosten Eindruck gemacht haben soll. Auch am Arbeitsplatz des Pflegevaters und in der Wohnung der 27-Jährigen suchten die Beamten nach Beweismitteln. Die Pflegeeltern und die 27-Jährige mussten außerdem Blut- und Haarproben abgeben. Bei der Staatsanwaltschaft seien weder der Pflegevater noch die Pflegemutter in den vergangenen Jahren wegen Drogendelikten in Erscheinung getreten, so die Staatsanwaltschaft.