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Radio Hamburg

Piraten-Prozess

Mutmaßlicher Seeräuber fordert eigene Hinrichtung

Die Verteidigung hat mit ihren Plädoyers begonnen, den Angeklagten drohen lange Haftstrafen.

Hamburg, 31.01.2012

Im bundesweit ersten Piraten-Prozess hat die Verteidigung am Dienstag (31.01.12) mit ihren Plädoyers begonnen. Die beiden Anwälte eines 27 Jahre alten Angeklagten haben darin schwere Vorwürfe gegen Staatsanwaltschaft und Gericht erhoben: „Ich habe Zweifel, ob Sie ein gerechtes Urteil fällen können“, sagte ein Verteidiger. Die Lebensumstände seines Mandanten in Somalia sind seiner Meinung nach nicht ausreichend beachtet worden.

Mutmaßlicher Pirat fordert eigene Hinrichtung

Die Staatsanwaltschaft hatte am vergangenen Mittwoch zehn Jahre Haft für den 27-Jährigen gefordert. Besonders schockierend: als der Mann davon gehört hat, ist er so erschüttert gewesen, dass er um seine eigene Hinrichtung gebeten hat, so der Verteidiger.
Sein Mandant, der während des Prozesses sogar ergraut ist, hat laut des Anwalts schon vor seiner Festnahme unter schweren Depressionen gelitten - ausgelöst durch die extremen Gewalterfahrungen in seinem Heimatland. Demnach ist der Somalier  als „gebrochener Mann“ vor Gericht erschienen, der „psychisch und physisch am Ende“ ist. Im vergangenen Mai habe er von Selbstmord gesprochen.

Gutachten abgelehnt

Trotzdem hat die Kammer ein psychologisches Gutachten abgelehnt. Hinzu kommt, dass während des gesamten Verfahrens kein Sachverständiger und kein Zeuge aus Somalia gehört worden ist, argumentiert der Verteidiger weiter. Dabei sei gerade das der Schlüssel zum Verständnis für die Tat.

Die Staatsanwaltschaft hat in ihrem Plädoyer Haftstrafen zwischen vier und elfeinhalb Jahren für die mutmaßlichen Seeräuber gefordert.

Hamburger Frachter gekapert

Seit 14 Monaten müssen sich zehn mutmaßliche Piraten aus Somalia wegen eines Angriffs auf den Seeverkehr und erpresserischen Menschenraubs verantworten. Laut Anklage sollen sie den Hamburger Frachter „Taipan“ am Ostermontag 2010 unter Waffengewalt gekapert haben. Die 15-köpfige Besatzung konnte sich in einen Sicherheitsraum retten und wurde Stunden später von einem niederländischen Marinekommando befreit.