Lieber User,

anscheinend hast Du einen Ad-Blocker aktiviert oder Javaskript deaktiviert. Um unsere Existenz zu sichern, sind wir als werbefinanzierter privater Radiosender auch im Internet auf Werbung angewiesen. Damit Du auch weiterhin alle Inhalte unserer Webseite nutzen kannst, bitten wir dich, Deinen Ad-Blocker zu deaktivieren oder radiohamburg.de als Ausnahme hinzuzufügen. Sobald Du das gemacht hast, kannst Du unsere Inhalte nach einem Reload der Seite ganz normal weiternutzen.

103.6 Grüße
Dein Radio Hamburg Team


*Sollte diese Meldung fälschlicherweise angezeigt werden, schicke uns bitte eine Mail an adblocker@radiohamburg.de

Es gibt neue Inhalte auf unserer Startseite - jetzt aktualisieren! [Schließen]
Radio Hamburg

Mythen, Mysterien und Macht

Freimaurer feiern Jubiläum

Hamburg, 27.06.2012

Zu ihrem 275-jährigen Jubiläum wollen die deutschen Freimaurer ihre Arbeit präsentieren und so Vorurteile abbauen. Aber wer sind die Freimaurer eigentlich?

Freimaurer - bei diesem Begriff denkt jeder sofort an geheime Codes, Mythen oder mystische Rituale. Spätestens seit den Büchern von Dan Brown ranken sich unzählige Gerüchte um Geheimbünde wie die Freimaurer. In einem Atemzug werden sie mit weiteren geheimnisvollen Bruderschaften wie den Illuminaten oder den Tempelrittern genannt. Doch wer sind die Freimaurer eigentlich? Zum 275. Jubiläum der deutschen Freimaurer haben wir einen Überblick für Sie.

Wer sind die Freimaurer?

Die Bruderschaft ist seit ihren Anfängen im 18. Jahrhundert von vielen Geheimnissen und verschwörerischen Theorien umgeben, sie trat bislang nur selten in der Öffentlichkeit auf. 1717 wurde die erste Großloge in London gegründet. Rund 14.000 Männer sind in Deutschland in sogenannten Logen organisiert. Die älteste ist die 1737 gegründete Hamburger Loge "Absalom zu den drei Nesseln". Ein wichtiges Prinzip der Mitglieder ist die Verschwiegenheit über ihre Rituale. Ihren Versammlungsort nennen die Freimaurer Tempel, organisiert sind sie in Logen. Freimaurer legen großen Wert auf ihre rituellen Arbeiten, die wie ein Theaterstück mit verteilten Rollen ablaufen. Zum Ritual in den fensterlosen Tempeln tragen die Männer einen schwarzen Smoking, einen Zylinder, weiße Handschuhe, einen Maurer-Schurz in Weiß und das Emblem der Loge. Streng geheim sind die drei Erkennungszeichen: ein Wort, ein Griff, ein Zeichen. Heute gibt es weltweit rund vier Millionen Freimaurer.

Freimaurer bezeichnen sich selbst als politisch und religiös unabhängig. Sie treten nach eigenen Angaben für Brüderlichkeit und Toleranz ein. Zu den Zielen gehört auch die Hilfe für Menschen in Not. Die fünf Grundideale der Freimaurerei sind Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, Toleranz und Humanität. Nach ihrem Selbstverständnis vereint die Freimaurerei Menschen aller sozialen Schichten, Bildungsgrade und Glaubensvorstellungen.

Berühmte Freimaurer waren unter anderem Mozart, Lessing, Goethe, Schiller, Voltaire, Mark Twain, George Washington, Henry Ford, Louis Armstrong, John Wayne und Charlie Chaplin.

Wer kann Freimaurer werden?

Wer Freimaurer werden will, muss ein "freier Mann von gutem Ruf" sein, darf keine Schulden haben und nicht vorbestraft sein. Anwärter müssen erklären, dass sie aus freien Stücken beitreten. Wichtigstes Eintrittskriterium ist der Glaube an Gott. Die Zeremonien gehen auf mittelalterliche Bruderschaften von Steinmetzen zurück.

Erste deutsche Loge in Hamburg gegründet

1737 wurde Deutschlands erste Loge in Hamburg gegründet. Zum Jubiläum will die als geheimnisvoll geltende Bruderschaft jetzt mehr Offenheit zeigen und so gegen Vorurteile vorgehen. Im September 2012 plant der traditionsreiche Bund Ausstellungen, eine musikalische Uraufführung und Diskussionen in Hamburg. "Wir wollen uns zeigen und das Anliegen der Freimaurer vorstellen", sagte der Großmeister der Vereinigten Großlogen von Deutschland, Rüdiger Templin, am Dienstag bei der Vorstellung des Programms. Schirmherrschaft für das Jubiläum hat Hamburgs Ex-Bürgermeister Ole von Beust übernommen. "Ich bin kein Freimaurer, aber in der Haltung finde ich vieles interessant und bemerkenswert", sagte er.

Vom 15. bis 30. September ist eine Ausstellung im Rathaus geplant. 70 Karikaturen zu den Freimaurern sollen zudem vom 20. September bis 2. November in der Handelskammer zu sehen sein. Vom 28. bis 30. September werden dann bis zu 3.000 Freimaurer aus aller Welt zu einem großen Festprogramm erwartet. Die Freimaurer stiften auch einen Brunnen für den Hamburger Michel. Bei der Enthüllung dieses Brunnens kam es Dienstag (26.06.2012) zu einer Panne: Gemeinsam mit dem Freimaurer-Chef zog Ole von Beust am Tuch des Kunstwerks und riss aus Versehen die edle Goldspitze herunter. Glücklicherweise blieb das 3.000 Euro teure Stück heil.

Gerüchte um die Freimaurer

Eine der ältesten Verschwörungstheorien besagt, dass die Regierung der Vereinigten Staaten von Freimaurern kontrolliert wird. Begründung: Gründerväter wie George Washington oder Benjamin Franklin waren in Freimaurerlogen organisiert. Der Präsident sei lediglich eine Marionette der Freimaurer. Auch die Geheimhaltung über das, was in der Loge passiert, das Stillschweigen über die Rituale und die unbekannte Symbolik lassen viel Raum für Spekulationen um die Freimaurer. Man unterstellt den Freimaurern, sie würden gezielt Regierungen unterwandern, Weltkriege provozieren, Medien steuern. Politiker können ohne Logenmitgliedschaft angeblich nicht zu Amt und Würden kommen. Ein Ursprung vieler Verschwörungstheorien um die Freimaurer bilden die Illuminaten.

(lhö)