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Radio Hamburg

Studie

Der Kita-Ausbau im Norden kommt gut voran

Hamburg, 04.07.2013
RHH - Expired Image

Der Kita-Ausbau im Norden kommt gut voran - aber bei der Ganztagsbetreuung ist noch Luft nach oben. Eine Studie der Bertelsmann Stiftung sieht vor allem bei den über Dreijährigen Reserven.

Hamburg ist in Westdeutschland Spitzenreiter, was den Krippenausbau betrifft. Doch es wird kritisiert, dass ein Erzieher zu viele Kinder betreuen muss.

Hamburgs Krippen haben den ungünstigsten Personalschlüssel aller westdeutschen Bundesländer. Das geht aus dem "Länderreport Frühkindliche Bildungssysteme" hervor, den die Bertelsmann Stiftung am Donnerstag veröffentlichte. Danach betreut in den Krippengruppen in Hamburg eine Vollzeitkraft rechnerisch etwas mehr als fünf Ganztagskinder (1:5,2). Zum Vergleich: Im Durchschnitt der West-Länder liegt dieser Krippenpersonalschlüssel bei 1:3,7. Damit ist Hamburg weit entfernt vom Personalschlüssel, den die Bertelsmann Stiftung empfiehlt (1:3).

Die im Ländervergleich günstigste Betreuungsrelation haben die Krippen in Bremen, wo eine Erzieherin rechnerisch für 3,1 Kinder verantwortlich ist. "Der notwendige Ausbau der Kita-Plätze darf nicht zulasten der Qualität gehen. Die unter Dreijährigen finden in Hamburg schon heute alles andere als optimale Bedingungen", sagte Jörg Dräger, Vorstand der Bertelsmann Stiftung. Für die Qualität von frühkindlicher Bildung sei es von entscheidender Bedeutung, wie viele Kinder eine Erzieherin oder ein Erzieher zu betreuen habe. Studien zeigten: Bessere Personalschlüssel ermöglichten mehr bildungsanregende Aktivitäten für die Kinder. Zudem habe sich gezeigt, dass Kinder ihre sprachlich-kognitiven und sozialen Fähigkeiten besser entwickeln, wenn es ausreichend Mitarbeiter gibt.

Die Personalausstattung der Hamburger Kindergartengruppen sei mit 1:8,2 dagegen günstiger als im West-Durchschnitt (1:8,6). Am 1. März 2012 wurden nach Angaben der Sozialbehörde 35,8 Prozent aller unter Dreijährigen in Hamburg in einer Krippe betreut. Die bundesweite Betreuungsquote lag hingegen im Schnitt bei nur 27,6 Prozent - in Westdeutschland sogar nur bei 22,3 Prozent. Hamburg sei damit in Westdeutschland weiterhin mit großem Abstand Spitzenreiter, was den Krippenausbau betrifft.

Schleswig-Holstein hat Nachholbedarf

Bei der Ganztagsbetreuung über dreijähriger Kinder hat Schleswig-Holstein offenkundig Nachholbedarf. Nach dem Länderreport der Bertelsmann Stiftung zu frühkindlichen Bildungssystemen besuchten im Norden zum Stichtag 1. März 2012 nur 25 Prozent der Mädchen und Jungen in dieser Altersgruppe ganztags eine Kita. Dies sei der drittniedrigste Wert aller Bundesländer; der Durchschnitt im Westen betrage 34 Prozent. Von den Kita-Kindern unter drei Jahren werden den Angaben zufolge fast 43 Prozent mehr als 35 Wochenstunden lang betreut. "Auch für ältere Kita-Kinder brauchen wir eine verlässliche ganztägige Betreuung", sagte Stiftungsvorstand Jörg Dräger. Das Kieler Sozialministerium gibt unter Berufung auf die Kommunen an, der tatsächliche Betreuungsbedarf sei bei den über drei Jahre alten Kindern nicht so hoch.

Die Quote in dieser Altersgruppe werde aber auch steigen, als Konsequenz aus dem Ausbau der U-3-Betreuung. Nach der in Schleswig-Holstein geltenden Verordnung sollen die Öffnungszeiten in Kindertagesstätten für die über Dreijährigen "bedarfsgerecht" gestaltet werden, aber mindestens vier Stunden an fünf Tagen in der Woche betragen. Ganztagseinrichtungen sollen mindestens durchgängig sechs Stunden offen haben und eine Betreuung während der Mittagszeit gewährleisten. Nach Ansicht der Bertelsmann Stiftung wäre es besser, wenn es auch in Schleswig-Holstein einen Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung für die über Dreijährigen gäbe. Damit würden für die Eltern die Barrieren gesenkt, sagte eine Sprecherin. Für Nichtberufstätige könne es schwierig sein, individuellen Bedarf für eine Ganztagsbetreuung nachzuweisen.

Bertelsmann Stiftung warnt vor Qualitätsverlust

Nach Einschätzung der Bertelsmann Stiftung ist das Zahlenverhältnis zwischen Kindern und Betreuern in Schleswig-Holsteins Krippen relativ günstig. Eine Vollzeitkraft betreue rechnerisch annähernd vier Ganztagskinder (1:3,7). Dies entspreche dem westdeutschen Durchschnitt. Weniger gute Bedingungen fänden allerdings unter Dreijährige, die keine Krippe, sondern andere Gruppenformen besuchen. Die Stiftung warnte davor, den Ausbau der Kita-Plätze zulasten der Qualität gehen zu lassen. "Gut ein Viertel der unter Dreijährigen findet in Schleswig-Holstein schon heute alles andere als optimale Bedingungen", sagte Dräger. Ab dem Alter von drei Jahren bis Schuleintritt sei eine unzureichende Anzahl an Kita-Plätzen kaum noch ein Problem. So nähmen im Norden mehr als 90 Prozent aller Kinder eine Tagesbetreuung in Anspruch. Die Personalausstattung der Kindergärten sei hier ebenfalls besser als im Westdurchschnitt. (dpa/apr)

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