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Radio Hamburg

Sozialbericht

Anzahl der Armen in Hamburg stagniert

Hamburg, 28.01.2014

Sozialsenator Detlef Scheele stellte in Hamburg den Sozialbericht vor. Es gab nicht nur Erfreuliches zu verkünden.

Die Einkommensverhältnisse der Menschen in Hamburg haben sich verbessert. Arme haben davon jedoch kaum etwas. Deren Anzahl stagniert seit Jahren.

Hamburgs Familien haben im Schnitt immer mehr finanzielle Möglichkeiten, bei der Armutsquote hat sich in den vergangenen Jahren in der Hansestadt jedoch kaum etwas getan. Das geht aus dem Sozialbericht hervor, den Sozialsenator Detlef Scheele jetzt in Hamburg vorstellte. Von Armut besonders betroffen seien Migranten und Alleinerziehende - sofern sie nur über wenig Bildung verfügen. Für Scheele bedeutet dies: Statt Transferleistungen zu erhöhen, müssen zur Überwindung der Armut der Zugang zu Bildung und damit zum Arbeitsmarkt erhöht werden.

Einkommen haben sich erhöht

"Es ist so, dass es der Hamburger Bevölkerung überdurchschnittlich gut geht", sagte Scheele. So verfügten 83 Prozent der Eltern in Hamburg über mittlere bis gehobene Einkommen. Und das mittlere Einkommen von Familien sei von monatlich 2770 Euro im Jahr 2000 auf 4110 Euro im Jahr 2010 gestiegen. Bei Alleinerziehenden habe sich das Durchschnittseinkommen von 1590 auf 2140 Euro erhöht. Bei den Rentnern wiederum kämen 94 Prozent mit ihren finanziellen Mitteln aus.

Auf der anderen Seite hat sich bei der Armutsquote kaum etwas getan. Lag sie 2000 bei 14 Prozent, stellten die Statistiker zehn Jahre später immer noch 13 Prozent fest. "Die Quote ist zumindest stabil (...) und steigt nicht", sagte Scheele mit Blick auf den bis zum Jahr 2010 geltenden Sozialbericht. Nicht erwähnte er dabei, dass die "Armutsgefährdungsquote" in den Jahren danach nach Angaben des Statistischen Bundesamts auf 14,7 (2011) beziehungsweise 14,8 Prozent (2012) stieg.

Zu viele vom Staat abhängig

Scheele konstatierte, dass sich Menschen nur sehr schwer wieder aus prekären Situationen befreien könnten. So war etwa ein Drittel der rund 97.000 Hamburger Hartz IV-Empfänger von Januar 2005 bis zum Ende des Beobachtungszeitraums im Dezember 2011 durchgängig vom Staat abhängig. Darüber hinaus sei mehr als die Hälfte jener Rentner, die auf eine Grundsicherung im Alter angewiesen sind, schon vorher Hartz IV-Empfänger.

Kritik von der FDP und der Linken

Die Linken in der Hamburgischen Bürgerschaft warfen Scheele vor, die soziale Spaltung in Hamburg schönzureden. Bildung sei ein Faktor, aber kein Allheilmittel, sagte die Linken-Sozialexpertin Cansu Özdemir. So klammere Scheele die steigenden Lebenshaltungskosten bei gleichzeitig prekären Arbeitsverhältnissen aus. "Statt zu sagen, dass jedes fünfte Kind in Armut lebt, rechnet Senator Scheele vor, dass 83 Prozent der Eltern über mittlere bis hohe Einkommen verfügen", sagte die Grünen-Sozialexpertin Katharina Fegebank. "Interessanter aber sind die 17 Prozent, die er nicht erwähnt."

Die FDP kritisierte, dass Scheele zwar von Bildung spreche, aber in genau diesem Bereich kürze. Gleichzeitig unterstütze Scheeles SPD in Berlin "die abstruse Frühverrentung auf Kosten künftiger Generationen", sagte die FDP-Sozialexpertin Martina Kaesbach. Die CDU wiederum warf Scheele vor, psychosoziale Beratungsangebote für Arbeitslose einzuschränken. "Langzeitarbeitslosen kann nicht einfach nach "Schema F" geholfen werden. Stattdessen brauchen sie intensive
Beratung und Begleitung", sagte die CDU-Sozialexpertin Friederike Föcking. (dpa/apr)

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