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Radio Hamburg

Kampf gegen Ebola

Testreihe am UKE in Hamburg gestartet

Hamburg, 10.11.2014
UKE, Universitätsklinikum, Uniklinikum, Eppendorf, Krankenhaus

Bei der weltweiten Suche nach einem Ebola-Impfstoff beteiligen sich auch Hamburger Forscher am UKE.

Auf diesem Impfstoff ruhen viele Hoffnungen: In Hamburg wird ein Mittel gegen die Ebola-Seuche getestet. Es ist einer von mehreren Versuchen.

Bundesweit erstmals haben Forscher des Hamburger Universitätsklinikums mit der Erprobung eines Ebola-Impfstoffes an Menschen begonnen. Der von der Weltgesundheitsorganisation WHO gelieferte Impfstoff solle in den nächsten sechs Monaten an zunächst 30 Freiwilligen getestet werden, teilte das Klinikum mit. Die ersten Impfungen sollen in den nächsten Wochen erfolgen. Tests an Tieren seien erfolgreich verlaufen. Es bestehe keine Gefahr, dass sich die Freiwilligen tatsächlich mit Ebola infizieren könnten, betonten die Ärzte. Wenn alle Phasen der Erprobung erfolgreich sein sollten, hoffe man, den Impfstoff etwa ab Herbst 2015 einsetzen zu können, sagte eine UKE-Sprecherin. Auch falls die aktuelle Seuche bis dahin eingedämmt sei, könne der Impfstoff dann möglicherweise bei weiteren Ausbrüchen helfen.

Verträglichkeit des Wirkstoffs wird getestet

Es handle sich um die Phase I der Klinischen Studie, teilte Ansgar Lohse mit, Direktor der I. Medizinischen Klinik und Poliklinik des UKE. Jetzt gehe es vorrangig darum, die Verträglichkeit des Wirkstoffs, aber auch die Wirkweise im menschlichen Körper zu erforschen. Der Impfstoffkandidat "rVSV-ZEBOV" soll bereits nach einer einzigen Dosis schützen. Er habe zudem Potenzial, auch unmittelbar nach einer erfolgten Ebola-Infektion zu wirken, hieß es. "In zahlreichen
nicht-klinischen Studien konnten die Vakzine Labortiere vor dem tödlichen Ebola-Virus schützen", teilte das Deutsche Zentrum für Infektionsforschung (DZIF) mit. Das DZIF unterstützt die Studie am UKE.

Keine Ansteckung möglich

Der Impfstoff bestehe aus einem ungefährlichen Trägervirus, in den ein kleiner Baustein aus dem Ebola-Virus eingebaut sei, erklärte die Leiterin der Studie, die Tropenmedizinerin Marylyn Addo. "Es besteht daher kein Risiko, dass sich die Probanden durch den Impfstoff mit Ebola infizieren können." "Wir rechnen damit, dass wir wenige Monate nach Studienbeginn alle notwendigen Daten zusammen haben, um zu beurteilen, ob die klinische Entwicklung fortgeführt und ausgeweitet werden kann und dann auch Menschen in den Epidemie-Gebieten geimpft werden können", sagte der beteiligte Virologe Stephan Becker, Direktor des Instituts für Virologie der Philipps-Universität Marburg. 

 

In dieser Woche wollten auch Wissenschaftler des Universitätsklinikums Tübingen in Gabun beginnen, das Mittel an Freiwilligen zu testen. Weitere Studien laufen in den USA und sollen auch in der Schweiz starten, hieß es am UKE. Nach Angaben des Paul-Ehrlich-Instituts, dem Bundesinstitut für Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel, wurde der Impfstoff in Kanada entwickelt. Lizenzinhaber ist das Unternehmen NewLink Genetics. (dpa/apr)

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