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Radio Hamburg

"Suchtsurvey"

Alkohol ist Suchtmittel Nummer eins

Hamburg, 23.01.2017
Alkohol, Kater, Über 30, Suff

Alkohol ist das Suchtmittel Nummer eins der Hamburger.

Geraucht wird immer weniger. Auch der Cannabis-Konsum stagniert. Doch Alkohol ist bei den Hamburgern weiterhin sehr beliebt.

Alkohol bleibt nach einer neuen Studie das Suchtmittel Nummer eins der Hamburger. 75 Prozent der Befragten gaben im repräsentativen "Suchtsurvey" des Münchner Instituts für Therapieforschung an, gelegentlich Alkohol zu trinken. Die Zahl der Hamburger, die in gesundheitsschädlichen Mengen Bier, Wein und Schnaps konsumieren, liege bei knapp 18 Prozent, teilte die Gesundheitsbehörde mit. Hochgerechnet seien das 185.000 Hamburger.

Männer trinken mehr als Frauen

Während der Alkoholkonsum bei den 18- bis 64-Jährigen insgesamt leicht und bei den Jüngeren etwas stärker zurückgeht, steigt er in der Gruppe der 60- bis 64-Jährigen. Die Daten beziehen sich auf das Jahr 2015, Vergleichsjahr ist 2009.

"Männer trinken mehr als Frauen", sagte der Drogenforscher Theo Baumgärtner. Allerdings erreichen mehr Frauen - nämlich 26,6 Prozent der Befragten - den gesundheitsgefährdenden Schwellenwert von 12 Gramm reinen Alkohol pro Tag. Bei Männer sind es nur 17,6 Prozent, aber deren Schwellenwert für eine Gesundheitsgefährdung ist mit 24 Gramm Alkohol pro Tag auch doppelt so hoch. Die Werte seien von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) festgelegt worden, sagte Baumgärtner. "Darüber kann man sicherlich streiten."

Weniger Raucher

Im Untersuchungsjahr 2015 rauchten der Studie zufolge 31 Prozent der Männer und 26 Prozent der Frauen in Hamburg. Das waren fünf beziehungsweise vier Prozentpunkte weniger als vor sechs Jahren. Der Rückgang ist sehr viel stärker bei den 18- bis 24-Jährigen. In dieser Altersgruppe sank der Anteil der Raucher von 37 auf 20 Prozent. 52.000 Hamburger gelten laut Studie als starke Raucher.

Der Konsum von Cannabis stagniert. Ausnahme sind hier die 25- bis 39-Jährigen. In der Befragung gaben 18 Prozent in dieser Altersgruppe an, in den vergangenen zwölf Monaten Marihuana oder Haschisch geraucht zu haben. Sechs Jahre zuvor waren es nur 11 Prozent gewesen. Der Cannabis-Konsum insgesamt in Hamburg ist mit 14 Prozent fast doppelt so hoch wie bundesweit. Dabei spiele die Verfügbarkeit der Droge die entscheidende Rolle, sagte Baumgärtner. "Kiffen ist eher ein urbanes Phänomen."

Kampagne gegen Cannabis

Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks (SPD) wertete die Ergebnisse als Erfolg der Präventionsarbeit. Die Kampagne gegen Cannabis werde weitergehen. Schritte in Richtung Legalisierung seien
in der Regierungskoalition kein Thema. Die von den Grünen angedachten Modellprojekte zur kontrollierten Abgabe von Cannabis seien rechtlich nicht möglich. "Ich war von Angang an nicht dafür. Die aktuellen Zahlen festigen auch meine Position", betonte die Senatorin. (dpa)

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