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Radio Hamburg

Vergleichsstudie

Schüler mit Migrationshintergrund haben Probleme in Deutsch

Hamburg, 19.07.2017
Lehrer, Schule, Unterricht

Die Hamburger Schüler der Sekundarstufe I haben sich in Deutsch und Englisch verbessert.

In einer Vergleichsstudie verbessern sich die Hamburger Schüler gegenüber anderen Bundesländern. Doch vor allem in Deutsch sieht es in Hamburg nicht gut aus.

Hamburger Schüler holen gegenüber anderen Bundesländern auf. In der Sekundarstufe I haben sie in den Fächern Deutsch und Englisch ihre Leistungen zwischen 2009 und 2015 verbessert. Das lässt sich nach den Angaben von Schulsenator Ties Rabe aus den Regionalergebnissen einer bundesweiten Studie ableiten, die bereits Ende vergangenen Jahres veröffentlicht und nun ausführlich analysiert wurde. Getestet wurden insgesamt fünf Fähigkeiten in den Fächern Englisch und Deutsch. Über alles gesehen landete Hamburg auf Platz fünf unter den 16 Bundesländern, drei Plätze besser als beim vorangegangenen Test.

Hinter dem Gesamtergebnis verbergen sich jedoch unterschiedliche Details. Während die Hamburger Neuntklässler die englische Sprache gut verstehen und lesen können, hängen sie in Deutsch hinterher. Beim Lesen und Zuhören haben sie nach der Studie den Durchschnitt der Bundesländer erreicht und liegen jeweils auf Platz neun, bei der deutschen Rechtschreibung jedoch nur auf Platz 14.

Kein Deutsch zu Hause

Ursache für die eher schwachen Leistungen in Deutsch ist der hohe Anteil von Schülerinnen und Schülern im Stadtstaat Hamburg, die einen oder zwei Elternteile mit Migrationshintergrund haben, also aus ausländischen Familien kommen. Würden nur die Kinder ohne Migrationshintergrund verglichen, so läge Hamburg bundesweit auf Platz eins, erläuterte Rabe. Die Schülergruppe mit zwei Eltern aus dem Ausland schneide dagegen vergleichsweise schlecht ab. Der mit 42,2 Prozent zweithöchste Anteil von Schülern mit Migrationshintergrund sowie der bundesweit besonders hohe Anteil von Schülern, die zu Hause wenig oder selten Deutsch sprechen, stelle eine besondere Herausforderung dar.

Das Institut zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB) befragte für die Studie bundesweit mehr als 37.000 Schüler der Jahrgangsstufe 9, darunter 2370 aus Hamburg. (dpa)