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Radio Hamburg

Neues Messeformat ab 2019

Aus für die Hanseboot in Hamburg

Hamburg, 28.09.2017
Schiffe auf der hanseboot

Die Hanseboot wird in ihrer bisherigen Art nicht mehr in Hamburg stattfinden.

Die Freizeitmesse Hanseboot wird nun abgeschafft, aber nach einer Pause direkt auf dem Wasser am Hafenrand wiederbelebt.

Hamburg gibt seine internationale Wassersport-Messe Hanseboot auf. Sie werde Ende Oktober letztmals in den Hallen veranstaltet, kündigte Messechef Bernd Aufderheide am Mittwoch (27.09.) in der Hansestadt an. Von 2019 an soll ein neues Format greifen. Es sieht vor, die Jachten und Boote dann direkt am Hafen ins Elbwasser zu legen.

Immer weniger Aussteller

Das Aus für die Hanseboot begründete Aufderheide mit rückläufigen Aussteller- und Besucherzahlen und dadurch mit Verlusten für die städtische Messegesellschaft. "Es war ein Zuschussgeschäft", ergänzte der Manager, ohne Zahlen zu nennen. "Wir mussten zwischen Tradition, Wehmut und nüchternen Fakten abwägen", sagte der Messechef.

Zur Tradition: Die Messe gibt es seit 1961, damals gestartet zum Eintrittspreis von 6 D-Mark. Zu diesem Preis, jetzt 3 Euro pro Person, werden die Besucher der 58. und damit letzten Hallenschau vom 28. Oktober bis 5. November dieses Jahres eingelassen. Soviel zur Wehmut - und dies zu den nüchternen Zahlen: Waren zur Hochzeit der Messe 2007 und 2008 noch jeweils rund 800 Aussteller und rund 105 000 Besucher dabei, haben die negativen Auswirkungen der Finanzkrise 2008 auf Boots- und Schiffsbauer auch bei der Messe ihre Spuren hinterlassen. "Der Konzentrationsprozess im Wassersportmarkt geht weiter", sagte Aufderheide. 2016 ließen sich nur noch 500 Aussteller und 60 000 Besucher locken - "ein gewaltiger Aderlass", sagte der Messechef.

Zum Vergleich: An der internationalen Ausstellung Boot in Düsseldorf nahmen 2017 rund 1800 Aussteller und 242 000 Besucher teil. "In schwierigen Zeiten wandern die Marketingbudgets zum Marktführer. Das werden wir nicht werden", sagte Aufderheide. Anstelle der Hanseboot sollen zu der Zeit künftig lukrative Fachmessen stattfinden. "Wir können das sofort kompensieren", sagte Aufderheide.

Ab aufs Wasser

Zum neuen Konzept: Statt unterm Hallendach soll die neue internationale "In-Water Boat Show" auf der Elbe ausgerichtet werden, mit Liegeplätzen an Becken rund um die Hafencity. Dorthin könnten die Anbieter ihre Schiffe auf dem Wasserweg hinbringen, was Transportkosten und viel Aufwand ersparen soll. "Der Besucher sieht das Schiff in seinem Wasser. Das ist ansprechender, als wenn die Boote aufgebockt in der Halle stehen", sagte Aufderheide. Er versicherte, dass die Hafencity zur Leistungsschau nicht abgesperrt werde. Eintritt solle an Uferbereichen genommen werden.

Nicht zuletzt verzeichnen nach Messe-Angaben europaweit Bootspräsentationen zu Wasser regen Zulauf. So stoße die von der Hamburg Messe veranstaltete Bootsschau in der Marina in Neustadt/Schleswig-Holstein mit 160 Liegeplätzen an ihre
Kapazitätsgrenze. 16 000 Besucher kamen 2017 zu der siebten Veranstaltung Ende Mai. Nach Hamburg will der Messechef auch skandinavische Bootsfans locken, denn im hohen Norden gebe es kaum noch große Präsentationen.

(dpa/aba)

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