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Radio Hamburg

Schritt zu mehr Integration

Hamburg schließt Vertrag mit Muslimen

Hamburg, 15.08.2012
Hijab Schleier Moslem

Muslime sollen in Hamburg zukünftig mehr Rechte, aber auch mehr Pflichten erhalten.

Als erstes Bundesland in Deutschland hat Hamburg einen Vertrag mit der muslimischen Gemeinde geschlossen. Er gewährt mehr Rechte, beinhaltet jedoch auch mehr Pflichten für Muslime.

Hamburg präsentiert sich als Vorreiter in der Integration von Muslimen in Deutschland. Als erstes Bundesland hat die Hansestadt einen Vertragsentwurf vorgestellt, der die Beziehungen zwischen der islamischen und alevitischen Gemeinde und der Hansestadt regeln soll. Aleviten bekennen sich zum Islam, sind jedoch liberaler eingestellt und bekennen sich zu Humanität und Demokratie. Im Vertrag vorgesehen ist zum Beispiel das Recht für Muslime, Religionsunterricht an Hamburger Schulen erteilen zu dürfen – Voraussetzung dafür ist, dass sie dieselbe Ausbildung wie zum Beispiel evangelische Lehrer erhalten haben. Ein weiterer wichtiger Punkt in dem Vertrag sieht die Anerkennung islamischer Feiertage vor. Sie erhalten dadurch den Status kirchlicher Feiertage, die zwar gesetzlich anerkannt sind, jedoch nicht von der Arbeit befreien.

Gleichberechtigung der Frau

Im Gegenzug verpflichtet sich die alevitische und muslimische Gemeinde, die in Hamburg aus rund 130.000 Menschen besteht, unter anderem zur Gleichberechtigung der Frau. Das bedeutet zum Beispiel, dass auch muslimische Mädchen am Schwimmunterricht teilnehmen dürfen und müssen. Positive Reaktionen zu dem Vertrag gibt es von allen Seiten: "Wir hoffen, dass dieser Vertrag auch für andere Bundesländer als Initialzündung angesehen wird“, sagt Aziz Alsandemir von der Alevitischen Gemeinde Deutschland. Seit 2007 laufen die Verhandlungen über den Vertrag – am Dienstag gab Bürgermeister Olaf Scholz den Abschluss der Verhandlungen bekannt: Mit dem Vertrag nehme man in Hamburg "die Anwesenheit des Islam als eine in unserer Gesellschaft gelebte Religion zur Kenntnis", so der Bürgermeister. In Kraft treten wird der Vertrag voraussichtlich im Herbst, nach der Zustimmung durch die Bürgerschaft.

(mst/dpa)