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Radio Hamburg

Streit über Kurs des Hamburger Senats

Entscheidung über Hilfe für Hapag Lloyd

Die Stadt Hamburg will die Reederei Hapag Lloyd erneut finanziell unterstützen. Die GAL und die CDU sind dagegen.

Hamburg, 28.03.2012  

Man soll das Pferd ja nicht von hinten aufzäumen, aber im Falle des Hamburger Hafens und der weltweit viertgrößten Reederei Hapag LLoyd, machen wir jetzt eine Ausnahme. Am Mittwochnachmittag sollen nämlich die Abgeordneten in der Bürgerschaft entscheiden, ob die Stadt Hamburg nach der  735-Millionen Euro Hilfe unter Ole von Beust jetzt nochmal 429 Millionen Euro unter Olaf Scholz für die Reederei zur Verfügung stellt.

Mit einem "Nein" die Elbvertiefung verhindern?

CDU und GAL sind dagegen, sie sprechen von zu hohen Finanzrisiken - Gabriele Hoberg aus unserer Nachrichten-Redaktion entwirrt Ihnen die Hapag Lloyd Problematik:

Die Bürger freuen sich, wenn der Senat Standortpolitik betreibt und hilft, Arbeitsplätze zu erhalten, CDU und GAL haben das mit fast doppelt so viel Geld - wie jetzt geplant - ja auch schon selber gemacht, jetzt sind sie aber dagegen - wie muss man das verstehen?

Gabriele Hohberg:  "Wir stellen uns jetzt vor, dass gar kein Geld fließen wird, stattdessen ein ausländischer Investor die Reederei Hapag Lloyd kauft  und zerschlägt und der Containerumsatz im Hamburger Hafen dramatisch sinkt, denn Hapag steht für rund die Hälfte des gesamten Containerumschlages. Dann wird es eines bei uns nicht mehr geben: die Elbvertiefung. Denn wenn die internationalen Handelsflotten aufgrund der immer schlechteren Infrastruktur des Hamburger Hafens lieber Rotterdam, Wilhelmshafen und Danzig ansteuern, dann ist die Vormachtstellung unseres Hafens gebrochen. So kann man die Elbvertiefung auch verhindern."

Aber ist es nicht tatsächlich ein finanzielles Risiko, wenn der jetzige Senat weitere 13 Prozent der Anteile an Hapag Lloyd kauft?

Gabriele Hohberg: "Doch, aber das bestreitet ja auch keiner. Aber mit dieser Investition werden rund 20.000 direkte und indirekte Arbeitsplätze auf jeden Fall unterstützt. Ob das auf lange Sicht wirklich reicht, kann keiner sagen. Aber ein Versuch ist es wert. Und der Hamburger Hafen hat gerade im Asien-Geschäft mit den größten Containerschiffen das größte Potential. Wenn denn jetzt endlich die Elbvertiefung kommt. Man kann also auch sagen, dass die erneute finanzielle Beteiligung Hamburgs an Hapag Lloyd die Gegner der Elbvertiefung unter extremen Zugzwang setzt."