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Radio Hamburg

Abitur nach neun Jahren

Teilerfolg für Elterninitiative

Hamburg, 10.12.2013
Mateile Kirsch, G9-Jetzt-HH

Das Turbo-Abitur nach acht Jahren ist umstritten. Mehrere Bundesländer bieten bereits wieder das Abitur nach neun Jahren.

Teilerfolg für die Elterninitiative zur Wiedereinführung des Abiturs nach neun Jahren an Hamburger Gymnasien.

Nach Angaben des NDR hat die Initiative die erforderlichen 10.000 Unterschriften zusammen bekommen und muss nun vom Schulausschuss der Bürgerschaft angehört werden. Sie fordert eine grundsätzliche Rückkehr zum neunjährigen Abitur an unseren Gymnasien und dass die achtjährige Variante nur noch auf besonderen Wunsch zugelassen wird.

Überzeugen die Initiativenmitglieder die Bürgerschaftsabgeordneten nicht, können sie ein Volksbegehren starten und gegebenenfalls einen Volksentscheid beantragen.

Rabe will keine Änderung

Schulsenator Rabe warnt davor, schon wieder Änderungen im Hamburger Schulsystem vorzunehmen. Uni-Präsident Lenzen hat mit Blick auf die Elterninitiative am Wochenende gesagt: "Das ist eine Klage von Eltern aus der Mittel- oder gar Oberschicht, die ihre Kinder nachmittags Tennis spielen lassen wollen". Er ist der Ansicht, dass die Verkürzung der Schulzeit nicht zu mehr Druck auf die Schüler führt. Das Hamburger System solle so bleiben, wie es ist, Ruhe und Planungssicherheit würden gebraucht. Zudem befürchtet er Kosten in Millionenhöhe für zusätzliches Lehrpersonal an den Gymnasien, wenn das Schulsystem wieder umgekrempelt wird.

Zu lange Lerndauer

Lenzen sieht kein Problem darin, dass nun auch 17-Jährige an die Uni-Tür klopfen, die für die Einschreibung noch die Unterschrift der Eltern brauchen. Derzeit sind bis zu 50 Studienanfänger pro Neusemester an der Universität Hamburg noch nicht volljährig. Lenzen betont, dass der Ausgangspunkt der Verkürzung nicht nur Sparmaßnahmen gewesen seien, sondern auch das zu hohe Alter der Studienanfänger: "Wir hatten im internationalen Vergleich für den Sekundarbereich einfach eine zu lange Lerndauer."

Internationaler Vergleich

In China, den USA, aber auch in Teilen Europas werde die Hochschulzugangsberechtigung zwischen dem 16. und dem 17. Lebensjahr erworben, berichtete Lenzen. Darauf folge dort normalerweise ein Bachelor-Studiengang von acht Semestern - und nicht nur sechs wie in Deutschland. Darin enthalten sei in diesen Ländern die Vermittlung von Grundlagenwissen.

Grundlagenwissen im Studium

Eine Aufgabe, die zu Zeiten von G9 noch an den deutschen Gymnasien in der Oberstufe vorgesehen gewesen sei, erklärte der Erziehungswissenschaftler. "Aber da gehört sie nicht hin. Die Studierfähigkeit der jungen Menschen kann die Universität nur selbst herstellen, das kann ein Gymnasium nicht." Das heutige Bildungsverständnis der Schulen unterscheide sich dafür zu sehr von dem der Universitäten.

Universitätskolleg notwendig

Deshalb sei - wie in Hamburg bereits eingeführt – ein Universitätskolleg notwendig. Dieses sei Bindeglied zwischen Schule und Universität. Es vermittle das Handwerk für das wissenschaftliche Studium, aber auch Elemente allgemeiner Bildung, erklärte der Professor. Dieses Angebot sei auch wichtig für die Studienanfänger, die kein Abitur haben, sondern lediglich einen Berufsabschluss.

(dpa/rh/kru)

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