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Radio Hamburg

Schulreform

Gemischte Bilanz für Stadtteilschulen

Hamburg, 17.04.2014
Schule, Klassenzimmer, Tafel, Pult, Gymnasium, Stadtteilschule, Grundschule

Seit 2010 gibt es die Hamburger Stadtteilschule. Schulsenator Ties Rabe (SPD) hat am Mittwoch (16.04) eine gemischte Bilanz gezogen.

Am Mittwoch (16.04) hat Hamburgs Schulsenator Ties Rabe (SPD) eine Zwischenbilanz zu Hamburgs jüngster Schulreform gezogen.

Vor vier Jahren wurde Hamburgs Schullandschaft kräftig umgekrempelt. Unter heftigem Protest von Schülern, Lehrern und Eltern wurde die Bildungsreform des schwarz-grüne Senats im Sommer 2010 durchgeführt. Danach wurden damals alle 52 Haupt- und Realschulen, 40 Gesamtschulen und vier Aufbaugymnasien in der Hansestadt zu 52 Stadtteilschulen zusammengelegt. Diese bieten alle Schulabschlüssen an. Neben dem Gymnasium wollte man damit eine starke Schulform etablieren und die weitere Zersplitterung des Hamburger Schulwesens verhindern. Am Mittwoch (16.04) zog Schulsenator Ties Rabe (SPD) nun erstmals eine Zwischenbilanz. Sie fällt gemischt aus.

"Noch keine fertige Schulreform"

Oberste Priorität müsste in nächster Zeit die Verbesserung des Unterrichtsangebots und der Schulqualität an den Stadtteilschulen haben. "Das ist ein solides Fundament, aber noch keine fertige Schulform", fasste der SPD-Politiker die Entwicklung der letzten vier Jahre zusammen. Ziel des SPD-Senats sei es, die Stadtteilschulen mit einer Vielzahl von Projekten zu einer ernst zu nehmenden und gleichberechtigten Alternative zum Gymnasium zu entwickeln.

Erfolge für die Stadtteilschulen

Laut Rabe haben sich die inzwischen 59 Stadtteilschulen in eine gute Richtung entwickelt. 25 der Schulen sind zu Ganztagesschulen ausgebaut worden und 47 besitzen inzwischen eine Oberstufe. Darüber hinaus seien 550 neue Lehrerstellen an den Bildungseinrichtungen zugewiesen worden, wodurch der Bildungspolitiker die Schulen klar im Vorteil gegenüber Gymnasien sieht: "Sie haben dadurch kleinere Klassen und 35 Prozent mehr Lehrkräfte als Gymnasien." Auch sei es den Stadtteilschulen gelungen die Schulabbrecherquote von 8,2 auf 6,6 Prozent zu verringern, sowie Schüler aus benachteiligten Milieus besser zu integrieren und zu höheren Abschlüssen zu verhelfen. Inzwischen erreichen 58 Prozent eines Jahrgangs das Abitur. Vor einigen Jahren waren es nur 45 Prozent.

Rabe handelt "völlig weltfremd"

Die Oppositionsparteien zeigten sich von der Bilanz der SPD-Regierung wenig beeindruckt. So kritisierte die FDP, dass sich die SPD die Schulreform in den buntesten Farben ausmale und schön reden wolle. "Trotz der schweren Probleme an den Stadtteilschulen bleibt der Schulsenator bei seiner Taktik des Schönfärbens", sagte die bildungspolitische Sprecherin der FDP-Fraktion in der Hamburgischen Bürgerschaft, Anna von Treuenfels. Die CDU forderte unterdessen einen klaren Plan für die Zukunft der Stadtteilschule. Karin Prien, schulpolitische Sprecherin der CDU-Bürgerschaftsfraktion wünschte sich einen "Masterplan Stadtteilschule", in dem es das Ziel sein müsste, besonders die Leistungsfähigkeit der Schüler in der Mittelstufe deutlich zu erhöhen. Hinsichtlich möglicher Finanzierungsprobleme beim Vertretungsunterricht und eventuellem massenhaften Unterrichtsausfall warf die schulpolitische Sprecherin der Linken, Dora Heyenn, Schulsenator Rabe "völlig weltfremdes" Handeln vor.

Integration von behinderten Schülern misslungen

Zusammen mit den Grünen sprach sich Karin Prien (CDU) für eine Reform der Inklusion von behinderten Schülern an den Stadtteilschulen aus. Das jetzige Konzept sei verfehlt und müsste dringend überarbeitet werden. Auch die Grünen forderten mehr Unterstützung der Stadtteilschulen bei der Umsetzung der Inklusion. "Die Fortbildung für Lehrkräfte im Kontext von Inklusion muss forciert werden", sagte Stefanie von Berg, schulpolitische Sprecherin der Grünen-Bürgerschaftsfraktion. Rabe kündigte am Mittwoch an, für die betroffenen Kinder 400 Plätze in Minischulgruppen zu schaffen.

Hohe Investitionen in Stadtteilschulen

Bis 2019 will der Senat rund 700 Millionen Euro für die Verbesserungen der Stadtteilschulen investieren. 13 Stadtteilschulen werden für jeweils 25 bis 35 Millionen Euro komplett oder weitgehend neu gebaut und 14 Stadtteilschulen für jeweils 10 bis 20 Millionen Euro erheblich saniert oder erweitert. Derzeit werden an den Stadtteilschulen 56.700 Schüler von 4.600 Lehrern unterrichtet.

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(dpa/san)

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