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Radio Hamburg

Diskussion um G9

Schulsenator will Gymnasien befragen

Hamburg , 26.03.2014
Schule, Schüler, Klassenzimmer, Tafel, Gymnasium, Grundschule, Stadtteilschule, Bildung

Die Diskussionen um das Abitur nach acht oder neun Jahren reißen nicht ab.

In der Diskussion um eine Rückkehr zum Abitur nach neun Jahren will Schulsenator Rabe (SPD) nun die Schulkonferenzen der Gymnasien befragen.

Die Umfragen sind eindeutig: Die Menschen in Hamburg wollen zum Abitur nach neun Jahren zurück. Ob das wirklich stimmt, will Schulsenator Rabe nun bei den Gymnasien selbst eruieren - während die Bürgerschaft die G9-Initiative zu Kompromissen auffordert.

Senator Rabe will Gymnasien zu G9 befragen

Im Anschluss an eine weitere Verhandlungsrunde mit der Initiative "G9-Jetzt-HH" sagte Rabe am Mittwoch (26.03.): "Wir werden ganz neutral um ein Meinungsbild bitten." Das Ergebnis der wohl Ende Mai abgeschlossenen Befragung werde nicht in einer Schublade verschwinden, versprach Rabe. "Das wird uns nicht unbeeindruckt lassen." Die Initiative nannte das Vorgehen einen nicht mit ihr abgestimmten Vorstoß. In einer Aktuellen Stunde des Bürgeschaft zeigten die meisten Fraktionen zwar Verständnis für die Initiative, machten aber auch klar, dass sie deren Forderungen ohne Änderungen nicht akzeptierten.

"Wir sind zum Nachdenken bereit, aber nicht über die Köpfe der Beteiligten hinweg", sagte Rabe. Deshalb wolle er nun die in den Konferenzen sitzenden Eltern, Lehrer und Schüler nach ihrer Meinung befragen. SPD-Fraktionschef Andreas Dressel erklärte, die Befragung habe keinen Einfluss auf den Zeitplan für das von der Initiative erwogene Volksbegehren. Denn diese nächste Stufe im Volksgesetzgebungsverfahren könne auch vorsorglich beantragt und im Falle erfolgreicher Verhandlungen in letzter Minute wieder zurückgenommen werden, sagte er. Formal muss die Initiative bis Ende April ihr Volksbegehren angemeldet haben, um im Herbst innerhalb von drei Wochen rund 6.000 Unterschriften sammeln zu können - und sich so den Weg für einen Volksentscheid offen zu halten.

Initiative stimmt Rabes Vorgehen nicht zu

Die Initiative betonte, sie habe dem Vorgehen Rabes während der Gespräche mit der SPD nicht zugestimmt. Entsprechend kritisch reagierte deren Sprecherin Mareile Kirsch: "So geht es nicht, dass hier ein Eindruck erweckt wird, als ob hier schon alles Tatsachen wären." Sie wolle sich nun zunächst mit ihren Mitstreitern beraten, und kündigte für voraussichtlich Freitag eine Pressekonferenz an. Insgesamt zeigte sie sich jedoch skeptisch. Denn diese Aktion laufe im Grunde unter dem Motto: "G8-Befürworter befragen G8-Befürworter."

Die Initiative "G9-Jetzt-HH" will durchsetzen, dass an allen 60 Gymnasien der Hansestadt sowohl das Abitur nach acht als auch nach neun Jahren möglich ist. Seit 2003 bieten die Gymnasien nur das G8 an - während die Stadtteilschulen nach neun Jahren zur Hochschulreife führen. Die Initiative kann sich bei ihren Forderungen auf Umfragen stützen, die sämtlich eine große Mehrheit für G9 sehen. Inzwischen haben sich aber auch Gegner einer Rückkehr zum alten Schulmodell positioniert, etwa die Elternkammer, die Vereinigung der Gymnasial-Direktoren oder die Lehrergewerkschaft GEW.

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CDU-Fraktionschef Dietrich Wersich appellierte an die Initiative, für Kompromisse offen zu sein. Nachdem sowohl die CDU als auch die Grünen Angebote vorgelegt haben - beide wollen vor allem die Schulen in der G8/G9-Frage entscheiden lassen - liegt nach Wersichs Ansicht der Ball nun bei der Initiative. Der CDU-Oppositionsführer machte aber klar, eine vollständige Umsetzung der Initiativenforderungen würde das gesamte Schulsystem einschließlich der Stadtteilschulen ins Chaos stürzen. Das werde die CDU nicht zulassen. "Dann kämpfen wir auch für ein Nein gegen diese chaotische Initiative, die nicht gut ist für das Hamburger Schulsystem", sagte Wersich.

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Nach Ansicht der Linken war bereits die Einführung des G8 ein Fehler. Nun aber wieder alles über den Haufen zu werfen, "wäre ein mindestens genauso großer Fehler", sagte die Linken-Fraktionsvorsitzende Dora Heyenn. Der Initiative warf sie vor, mit ihren Vorschlägen zur "ständischen Gesellschaft" zurückkehren zu wollen. Die Grünen verwiesen auch auf die Kosten einer möglichen Rückkehr zum G9. Allein die dann notwendigen Umbauten an den Schulen schlügen wohl mit rund 180 Millionen Euro zu Buche. Die FDP kritisierte, dass der SPD-Senat eine Schulpolitik nach Umfragelage betreibe.

(dpa/mgä)

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