Lieber User,

anscheinend hast Du einen Ad-Blocker aktiviert oder Javaskript deaktiviert. Um unsere Existenz zu sichern, sind wir als werbefinanzierter privater Radiosender auch im Internet auf Werbung angewiesen. Damit Du auch weiterhin alle Inhalte unserer Webseite nutzen kannst, bitten wir dich, Deinen Ad-Blocker zu deaktivieren oder radiohamburg.de als Ausnahme hinzuzufügen. Sobald Du das gemacht hast, kannst Du unsere Inhalte nach einem Reload der Seite ganz normal weiternutzen.

103.6 Grüße
Dein Radio Hamburg Team


*Sollte diese Meldung fälschlicherweise angezeigt werden, schicke uns bitte eine Mail an adblocker@radiohamburg.de

Es gibt neue Inhalte auf unserer Startseite - jetzt aktualisieren! [Schließen]
Radio Hamburg

Streitpunkt Hansaplatz

Das sagt der Chef vom Bezirksamt-Mitte

Hamburg, 29.09.2014
Prostitution Hansaplatz

Der Hansaplatz ist nicht die einzige Stelle Hamburgs die mit massiven Verschmutzungen kämpft.

Seit des Brandbriefes der Bewohner von St. Georg ist der Hansaplatz ein viel diskutiertes Thema. Jetzt meldet sich der Bezirksamtschef Andy Grote zu Wort.

Verärgerte und wütende Anwohner und Geschäftsleute in St. Georg haben sich Mitte September mit einem sogenannten Brandbrief auch an die Verantwortlichen im zuständigen Bezirksamt-Mitte gewendet. Für Bezirksamtschef Andy Grote sind die Zustände auf dem Hansaplatz - Vermüllung, Straßenprostitution, Drogenhandel und Wildpinkler - kein neues Problem. Erstmals äußert er sich bei uns zu der Situation.

Das exklusive Interview mit Andy Grote

Radio Hamburg: "Herr Grote, wie ernst nehmen Sie den Brandbrief der Anwohner?"

Andy Grote:  "Natürlich nehme ich das ernst. Ich wohne ja selber in der Talstraße auf St. Pauli und an meine Tür wird sozusagen jeden Tag uriniert. Das ist ein Problem, das wir in bestimmten Teilen der Stadt haben. Und das ist extrem unangenehm und ich kann verstehen, dass man sich davon sehr belastet und belästigt fühlt. Wir werden trotzdem in bestimmten Teilen der Stadt nicht jedes wilde Urinieren unterbinden können.

Es gibt kein Recht auf Entfernung unerwünschter Menschen und unerwünschter Erscheinungen von bestimmten Plätzen in der Stadt. Ein Stück weit werden wir das aushalten müssen, aber bei dem, was dort jetzt in dieser Intensität ist, da habe ich auch großes Verständnis, wenn man sagt 'Das geht so eigentlich nicht' und da wollen wir auch Abhilfe schaffen."

Radio Hamburg: "Was unternehmen Sie denn am Hansaplatz?"

Andy Grote:  "Wir prüfen die Maßnahmen, die ja konkret vorgeschlagen wurden und die uns als Bezirk betreffen auf ihre Umsetzbarkeit und auf ihr Potenzial, tatsächlich an der Situation auch etwas zu verändern. Und wir würden das dann auch in diese Richtung bewegen wollen. Wir sprechen intensiv mit den anderen beteiligten Behörden, das heißt mit der Polizei, mit der Stadtreinigung, aber auch mit der Sozialbehörde, weil das Problem ja ganz viele Facetten hat."

Radio Hamburg:  "Konkret gefragt: Warum schicken Sie nicht jeden Tag den Ordnungsdienst zum Hansaplatz?"

Andy Grote:  "Unser Ordnungswidrigkeiten-Management ist natürlich auch vor Ort. Das Problem ist, dass von dem nachvollziehbar als belastend empfundenen Verhalten nur ein ganz kleiner Teil ordnungswidrig ist. Es ist zulässig zu trinken, sich - auch in größeren Gruppen - zu betrinken, auch unordentlich auszusehen und dabei auch ein bisschen lauter zu sein. Das ist nicht verboten. Man kann dann natürlich warten, bis es zum wilden Urinieren kommt, das ist dann eine Ordnungswidrigkeit. Und dann kann man versuchen, ein Ordnungswidrigkeitenverfahren gegen Einzelne einzuleiten. Das hat sich in der Vergangenheit nicht als wirklich aussichtsreich gezeigt, was die grundsätzliche Veränderung der Situation betrifft."

Radio Hamburg: "Welche Maßnahmen halten Sie denn für aussichtsreich?"

Andy Grote:   "Wir versprechen uns eigentlich mehr davon, dass wir uns angucken, was die Pinkelecken, die dunklen Ecken und die problematischen Plätze sind. Kann man da etwas baulich ändern? Kann man etwas mit Beleuchtung machen? Kann man Büsche wegnehmen? Wie kann man die Situation auf dem Platz so verändern, dass sie vielleicht nicht mehr so attraktiv ist, für das als belastend Empfundene? Und dann muss man natürlich auch die Situationen in den Erdgeschosszonen rund um den Platz betrachten. Wenn ich als Grundeigentümer an einen Kiosk vermiete, muss ich mich nicht wundern, wenn anschließend davor getrunken wird, sondern ich muss natürlich versuchen, die Erdgeschosse und Ladenflächen mit Nutzungen zu belegen, die auch eine positive Auswirkung auf den Platz haben. Auch darüber führen wir Gespräche. Wir versuchen also, sehr umfassend und nachhaltig mit der Situation dort umzugehen."

Radio Hamburg:  "Vielen Dank für das Gespräch."

Lest auch: Hamburger Bürgerschaft: Diskussion über Hansaplatz und Jungfernstieg

In der Bürgerschaft ist die Verwahrlosung des Hansaplatzes und die Probleme auf dem Jungfernstieg Thema gewesen.

(iw/dw/lsc)

comments powered by Disqus