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Radio Hamburg

Wahl in Hamburg

45,7 Prozent für die SPD - Scholz klarer Sieger

Hamburg, 15.02.2015
RHH - Expired Image

Olaf Scholz freut sich über den Sieg seiner Partei SPD.

Nach Auszählung aller Wahllokale ist das vorläufige Ergebnis: SPD 45,7 % - CDU 15,9% - Grüne 12,2% - Linke 8,5% - FDP 7,4% - AfD 6,1%.

Wahlsieg mit Wermutstropfen für die SPD - Fiasko für die CDU: Bürgermeister Olaf Scholz hat die Hamburg-Wahl klar gewonnen, die absolute Mehrheit der Sozialdemokraten aber verloren. Die Grünen als Wunschpartner von Bürgermeister Olaf Scholz kündigten nach der Bürgerschaftswahl am Sonntagabend einen harten Verhandlungskurs an. Die CDU muss sich nach ihrem völligen Fiasko in der Hansestadt nun neu sortieren.

Der Wahl-Live-Ticker zum Nachlesen 

Die FDP schafft nach einer großen Aufholjagd überraschend klar wieder den Sprung in die Bürgerschaft. Der rechtspopulistischen Alternative für Deutschland (AfD) gelingt erstmals der Sprung in ein westdeutsches Landesparlament. Scholz bekräftigte, er werde zuerst mit den Grünen über ein Bündnis sprechen.

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Wir sind für Euch live im CCH und halten Euch über die Bürgerschaftswahl 2015 auf dem Laufenden. Klickt Euch durc ...

Nach Angaben des Landeswahlleiters kommt die SPD auf 45,7 Prozent und bleibt damit knapp unter ihrem Ergebnis der Bürgerschaftswahl von 2011 (48,4 Prozent). Die CDU setzt unter Spitzenkandidat Dietrich Wersich ihren Abwärtstrend fort und schneidet mit 15,9 Prozent (2011: 21,9) so schlecht ab wie nie in Hamburg. Bundesweit ist es ihr schwächstes Landesergebnis seit 1959. Wersich sprach von einer "herben Enttäuschung".

Die Grünen übertreffen mit 12,2 Prozent knapp ihr altes Wahlergebnis (11,2). Einer ihrer beiden Spitzenkandidaten, Jens Kerstan, sagte an die Adresse der SPD: "Wir werden hart verhandeln und sind dann zuverlässige Partner." Olaf Scholz hielt dagegen, er rechne nicht damit, "dass bei den Grünen jemand Vabanque spielt und unangemessene Vorstellungen davon hat, was das Wahlergebnis ermöglicht". SPD-Fraktionschef Andreas Dressel betonte, es müsse sich auch im Koalitionsvertrag niederschlagen, dass die SPD 30 Prozentpunkte vor der größten Oppositionspartei liege. In Umfragen vor der Wahl hatte sich eine Mehrheit der Hamburger für eine rot-grüne Koalition ausgesprochen.

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So siet es im Radio Hamburg Wahlstudio im CCH aus. Wir berichten live für Euch über die #hhwahl.

Die Linkspartei legte deutlich zu und erreichte 8,5 Prozent (6,4). Die FDP mit Spitzenkandidatin Katja Suding lag bei 7,4 Prozent (6,7). Der Partei gelang damit erstmals seit September 2013 wieder der Verbleib in einem Landesparlament. Im Hinblick auf eine mögliche Koalition mit der SPD sagte Suding: "Wir haben das Angebot gemacht. Und wenn der Bürgermeister anruft, dann werde ich rangehen." Die erst 2013 gegründete AfD zog mit 6,1 Prozent ins Parlament ein.

Vergleich zu 2011

Im Vergleich zur Wahl 2011 verlor die SPD damit 2,7 Prozentpunkte, die CDU 6,0. Alle anderen Parteien gewannen hinzu: die Grünen 1 Punkt, die FDP 0,7 und die Linke 2,1 Punkte. Die AfD war zum ersten Mal in Hamburg zur Wahl angetreten.  In der neuen Bürgerschaft sind damit erstmals sechs Parteien vertreten. Die Verteilung der 121 Sitze: SPD 58, CDU 20, Grüne 15, Linke 11, FDP 9, AfD 8. Damit fehlen Scholz zur erneuten absoluten Mehrheit 3 Sitze. Die Wahlbeteiligung war mit 56,6 Prozent so schlecht wie nie in Hamburg (2011: 57,3). Erstmals dauert die Legislaturperiode nicht vier sondern fünf Jahre.

Leistung lohnt sich

Den Oppositionsparteien insgesamt war es im Wahlkampf nicht gelungen, sich von Bürgermeister Scholz abzusetzen und mit polarisierenden Themen zu punkten. Der SPD-Bundesvorsitzende Sigmar Gabriel sagte mit Blick auf den Wahlsieg von Scholz: "Manchmal wünschte man sich in der Politik, dass sich Leistung lohnt, und in Hamburg ist das so." Die SPD-Anhänger feierten Scholz auf der Wahlparty mit ohrenbetäubendem Jubel. Nach Ansicht von Wahlforschern verdankt die SPD den Sieg vor allem Scholz und der hohen Wirtschaftskompetenz ihres Landesverbandes. Ihr sei es gelungen "mit atypisch hoher Ökonomiekompetenz bis weit ins
hanseatisch-wirtschaftsliberale Bürgertum" zu punkten, erläuterte die Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen.

Wersich sehr enttäuscht

Für die Landes-CDU setzt sich der Abwärtstrend fort, der mit dem Scheitern der schwarz-grünen Koalition (2008-2011) begonnen hatte. Es habe keine Wechselstimmung gegeben, bedauerte Wersich. Er sei "sehr, sehr enttäuscht". Auf Fragen nach persönlichen Konsequenzen erklärte Wersich, über die Zukunft werde in den kommenden Tagen in den Gremien der Partei zu reden sein. Zur Frage nach einer möglichen Kanzlerkandidatur sagte Scholz: "Ich habe hier als Bürgermeister kandidiert und das will ich auch sein und nicht was anderes."

Wegen des komplexen Wahlrechts wurden am Sonntag nur die Landeslisten ausgezählt, die das Kräfteverhältnis in der Bürgerschaft festlegen. Am Montag (16.02.) folgt die Auszählung der Wahlkreis-Listen. Hier entscheidet sich, welche Kandidaten in die Bürgerschaft einziehen. (dpa/apr)

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