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Radio Hamburg

Nach Übergriffen an Silvester

Ruhe auf der Reeperbahn - Ermittlungen gegen Somalier

Hamburg, 11.01.2016
Reeperbahn Kiez Hamburg

Nach den sexuellen Übergriffen an Silvester ist auf dem Kiez Sicherheit angesagt. Unterdessen wurde ein mutmaßlicher Missbrauch bekannt.

Wegen sexueller Misshandlung einer Zehnjährigen ermittelt die Hamburger Polizei gegen einen 23-jährigen Flüchtling aus Somalia.

Ein 23-jähriger Asylbewerber aus Somalia soll in Hamburg ein zehnjähriges Mädchen auf den Mund geküsst haben. Nach dem mutmaßlichen Missbrauch forderte der SPD-Fraktionsvorsitzende in der Hamburger Bürgerschaft, Andreas Dressel, die Abschiebung des Mannes. Nach Angaben der Polizei vom Sonntag ereignete sich der Vorfall bereits am vergangenen Donnerstag (07.01.) auf dem Schulgelände eines Gymnasiums in Hamburg-Ohlstedt. Danach hatte sich der junge Mann mit dem Mädchen unterhalten und dann für den nächsten Tag verabredet. Als das Mädchen gehen wollte, habe er sie an der Hüfte gepackt und geküsst. Das Mädchen erzählte später seiner Mutter von dem Vorfall, die umgehend die Polizei informierte. 

Tat eingestanden

Zur verabredeten Uhrzeit am Freitagnachmittag stellten Polizeibeamte den 23-Jährigen. Er habe die Tat gegenüber den Kriminalbeamten eingestanden. Der Somalier wurde nach der erkennungsdienstlichen Behandlung entlassen, da keine Haftgründe vorlagen. Er wurde in eine andere Unterkunft verlegt. "Ich bin entsetzt und fassungslos", erklärte Dressel, zu dessen Wahlkreis Ohlstedt gehört. "Unsere Gedanken sind bei dem Mädchen und seiner Familie." Wer sich an Minderjährigen vergehe, gehöre mit aller Härte des Gesetzes bestraft. "Und wer so etwas tut, hat aus meiner Sicht sein Gastrecht in Deutschland verwirkt."

Reiterstaffel und Bodycams

Am ersten Wochenende nach Bekanntwerden der sexuellen Übergriffen auf Frauen an Silvester war es auf der Hamburger Reeperbahn merklich ruhig.  In der Davidwache hatten die Beamten jedoch schon am Freitagabend (08.01.) gegen 21 Uhr alle Hände voll zu tun: Drei Männer, die kein deutsch sprechen, saßen verletzt in der Wache, einer hatte stark blutende Platzwunden am Kopf. "Alltagsgeschäft", sagte einer der Polizisten im Vorbeieilen. An diesem Abend war das längst nicht der einzige Einsatz der Beamten - nach den Attacken am Silvesterabend aber auch nach den Auseinandersetzungen zwischen den Rockergruppen "Hells Angels" und "Mongols" hat die Polizei ihre Präsenz auf der Reeperbahn verstärkt. Die Polizei spricht von einer Hundertschaft, die im Einsatz sei, verstärkt durch Beamte der Reiterstaffel.

In größeren Gruppen liefen die Polizisten die "Große Freiheit" auf und ab, grenzten immer wieder mehrere junge südländisch aussehende Männer ab und kontrollierten deren Papiere. Die meisten überfallenen Frauen hatten die Täter aus der Silvesternacht als "südländisch oder arabisch aussehend" beschrieben.

Auf dem Kiez war es am vergangenen Wochenende weniger los. Doch dass so wenige Menschen unterwegs seien, habe nichts mit den Vorkommnissen zu tun, meinte einer der patrouillierenden Polizisten. Das Partyvolk habe sich bereits an Silvester ausgefeiert und bei feuchtem Wetter sei auf dem Kiez grundsätzlich weniger los. Etwa 20.000 Besucher zu Spitzenzeiten bilanziert die Polizei später für das Vergnügungsgebiet.

Nicht alleine unterwegs

Melanie ist Touristenführerin auf dem Kiez und war an diesem Abend mit einer Gruppe aus Ulm unterwegs. Seit den Vorfällen ist sie deutlich wachsamer: "Ich gebe meinen Gästen jetzt sehr klare Anweisungen. Wenn ich sage 'weglaufen', dann mache ich klar, dass ich es auch so meine". Kristin Rumpf hat an Melanies Tour teilgenommen. "Als Frau hätte ich heute alleine schon ein mulmiges Gefühl", sagte sie. "Aber in der Gruppe geht es". 

An diesem Abend waren neben normalen Fußstreifen der Polizei auch Wagen mit Kameras und zwei Videoteams mit Bodycams unterwegs. In der Silvesternacht seien die Bodycams nicht im Einsatz gewesen, hatte der Landesvorsitzender des Bundes der Deutschen Kriminalbeamten, Jan Reinicke, kritisiert. Ann-Kathrin Rothe, die mit ihrem Freund und ihrer Mutter den Kiez besuchte, fühlt sich durch das erhöhte Polizeiaufgebot deutlich sicherer. Auch Aylin Paulick war an diesem Abend mit ihrer besten Freundin und ihren Eltern auf der Reeperbahn. "Ich werde mich nach den Attacken bestimmt nicht zu Hause verstecken", sagte die 19-Jährige selbstbewusst. Alleine würde aber auch sie jetzt nicht über den Kiez laufen. (dpa/apr)

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