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Radio Hamburg

Mord in Harburg

Mann im Auto erschossen - Zwei Verdächtige festgenommen

Hamburg, 10.06.2016
Mord Harburg

Ein Auto hält am Morgen (09.06.) neben einem parkenden Wagen, es fallen Schüsse, die Täter flüchten. Zurück bleibt ein tödlich verletzter Autofahrer.

In Harburg in der Steinickestraße ist ein Mann in seinem Auto erschossen worden. Inzwischen wurden zwei Tatverdächtige festgenommen.

Im Hamburger Stadtteil Harburg ist ein 43 Jahre alter Mann in seinem Auto erschossen worden. Er habe am Donnerstagmorgen (09.06.) gerade seinen Wagen in einer ruhigen Wohnstraße geparkt, als neben ihm ein anderes Auto gehalten habe. Aus diesem Fahrzeug heraus habe ein Mann geschossen und den 43-Jährigen schwer verletzt, teilte die Polizei mit. Das Opfer starb trotz Reanimationsbemühungen noch am Tatort. Das Deutsche Rote Kreuz sprach von einem Kopfschuss. Bei der Fahndung nach dem Täter stoppten Beamte wenige Kilometer weiter ein Auto und nahmen zwei Männer im Alter von 20 und 27 Jahren fest. Die Mordkommission prüfe, ob die beiden Männer etwas mit der Tat zu tun hätten.

Das Fahrzeug der Männer wurde sichergestellt, ebenso das verlassene mutmaßliches Fluchtfahrzeug, das in der Nähe sichergestellt wurde. An der Fahndung beteiligten sich mehr als 30 Streifenwagen und ein Polizeihubschrauber. Nach Medienberichten stellte die Polizei bis zu vier weitere Verdächtige. An den Festnahmen sei auch das Mobile Einsatzkommando beteiligt gewesen. Das konnte jedoch eine Polizeisprecherin zunächst nicht bestätigen. 

Großaufgabot an Polizeikräften

Noch Stunden nach der Tat lag der Tote unter einer weißen Decke auf der Straße, ein Arm mit Infusionsschlauch schaute heraus. Seine Füße berührten das Auto an der geöffneten Fahrertür, die Scheibe war
zersplittert. Polizeibeamte untersuchten den abgesperrten Tatort gegenüber einer Kita mit Hunden und einem 3D-Scanner. Die Feuerwehr versorgte nach eigenen Angaben mehrere Zeugen vor Ort. Auch Notfallseelsorger sowie ein Kriseninterventionsteam des DRK waren im Einsatz. 

Mord auch in Bergedorf

Erst am vergangenen Sonntag (05.06.) war ein ähnlich brutales Verbrechen in Hamburg-Neuallermöhe im Bezirk Bergedorf verübt worden. Ein Unbekannter gab mehrere Schüsse auf einen 28 Jahre alten Radfahrer ab, der wenig später im Krankenhaus starb. Zur Tatzeit am Nachmittag waren in dem Wohnviertel in der Nähe eines Badesees zahlreiche Menschen unterwegs, mehrere Augenzeugen erlitten Schocks.

Der frühere Schwager des Opfers sitzt inzwischen unter Tatverdacht in Untersuchungshaft. Das Mobile Einsatzkommando habe den 33-Jährigen am Donnerstag (09.06.) in der Nähe des S-Bahnhofs Allermöhe gefasst, teilte die Polizei mit. Ein Haftbefehl lag bereits vor, wie eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft sagte. Der Beschuldigte war das erste Mal am frühen Montagmorgen von den Spezialkräften festgenommen worden. Zeugen hatten nach Angaben der Polizei berichtet, dass es vor der Tat einen Streit zwischen dem Ex-Schwager und dem 28-Jährigen gab. Die Ermittler hatten ihn nach nur wenigen Stunden wieder freigelassen, weil sich der dringende Tatverdacht zunächst nicht bestätigte. (dpa)