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Radio Hamburg

Polizei bitte um Hilfe

Nach tödlicher Messerattacke bei Edeka

Hamburg, 28.07.2017
Tödliche Messerattacke Barmbek Edeka

Polizisten sichern den Edeka-Markt in Barmbek.

Eine unfassbare Tat erschüttert Hamburg: Ein Mann sticht wahllos in einem Edeka-Markt auf Menschen ein - einer stirbt, vier werden verletzt.

Es scheint ein gewöhnlicher Freitagnachmittag im Hamburger Stadtteil Barmbek. Menschen bummeln über die "Fuhle", wie die Fuhlsbütteler Straße als Einkaufsmeile gern genannt wird. Viele erledigen ihre Einkäufe fürs Wochenende. Auch die Menschen in einem Supermarkt. Plötzlich, um 15:10 Uhr, greift ein Mann Kunden mit einem Küchenmesser unvermittelt an. "Wahllos, ziellos", so der Polizeisprecher, soll er auf sie eingestochen haben. Ein Toter und vier Verletzte, davon einer schwer, bleiben zurück. Der Täter flieht und wird verfolgt - von Zeugen der Bluttat und Passanten.

Täter von Verfolgern überwältigt

Noch bevor die Polizei eintrifft, überwältigen beherzte Verfolger den Täter. Herbeieilende Zivilfahnder der Polizei nehmen den Angreifer schließlich vorläufig fest, der leicht verletzt ist. Wer der Mann ist, welche Gründe ihn zu dieser schrecklichen Tat veranlasst haben? Wenige Stunden später gibt es darauf noch keine Antworten.

Unterdessen hat sich die Fuhlsbütteler Straße verwandelt. Sie ist komplett und großräumig für den Verkehr gesperrt. Rettungskräfte sind mit einem Großaufgebot angerückt, auch ein Hubschrauber ist gelandet. Das geschäftige Treiben auf der Einkaufsstraße ist der akribischen Arbeit der Mordkommission gewichen. Rot-weiße Flatterbänder der Polizei sperren den gesamten Tatort ab. Eine Beamtin mit Mundschutz und Fotoapparat sichert auf der Straße Spuren.

Schräg gegenüber sitzt Kioskinhaber Omar (31) auf einem Stuhl vor seinem Laden. Zur Tat in seiner Nachbarschaft sagt er vor allem eins: "Ich finde das schockierend." Zwei Männer, die den Flüchtenden mit blutigem Messer in der Hand beobachteten, wollen dessen Ausruf "Allahu Akbar" (Gott ist groß) mehrmals gehört haben. Solche Angaben bestätigt Polizeisprecher Timo Zill bislang nicht. Es werde in alle Richtungen ermittelt, sagt er zu Fragen nach einem Terrorbezug.

Auch Shaylin Röttmer (18), Mitarbeiterin einer Bäckerei, beschreibt, was sie gesehen hat. "Leute sind mit Stühlen hinter dem Täter hergelaufen und haben ihn damit beworfen." Sie spricht von einer erschreckenden Tat. "Es ist so traurig", sagt sie im Gedenken an das Todesopfer.

Edeka spricht Angehörigen Mitgefühl aus

 

Nach der Messerattacke hat der Lebensmittelkonzern  Edeka allen Opfern und ihren Angehörigen sein "tiefstes Mitgefühl" ausgesprochen. "Wir sind tief betroffen", teilte Edeka am Freitag schriftlich mit. Den Mitarbeitern des Marktes sei umgehend psychologische Hilfe angeboten worden. Edeka dankte allen Einsatzkräften.

Hinweisportal der Polizei

Auf Twitter wies die Hamburger Polizeisie ein entsprechendes Portal hin, das die Beamten für Hinweise zur Tat aktiviert haben. Darauf können selbst erstellte Videos und Fotos des Tatgeschehens hochgeladen werden - https://hh.hinweisportal.de/ . "Bitte nur eigenproduzierte Bild- und Videodateien heraufladen", bat die Polizei. Für allgemeine Hinweise sollten sich Zeugen an eine Polizeidienststelle in der Nähe wenden, in dringenden Fällen sei die Notrufnummer 110 zu wählen.

(dpa/aba)

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