Es gibt neue Inhalte auf unserer Startseite - jetzt aktualisieren! [Schließen]
Radio Hamburg

Blitzatlas 2017

Hamburg auf Platz 2 in der Blitzerstatistik

Hamburg, 08.11.2017
Tempokontrolle

Hamburg liegt deutschlandweit auf Platz 2 der Blitzerstatistik.

Der Autoclub "Mobil in Deutschland" hat am Mittwoch (08.11.) seine Blitzerstatistik veröffentlicht. Aus den Daten der "Blitzer.de"-Community landet Hamburg auf dem Treppchen.

37 Mal pro Tag, 262 Mal pro Woche, 1.136 Mal im Monat und satte 13.634 Mal pro Jahr wird in Hamburg ein selten hübsches aber ein meistens teures Blitzerfoto geschossen. Damit landet Hamburg in der Auswertung der Daten aus der Blitzercommunity von "Blitzer.de" nach der Hauptstadt Berlin auf dem zweiten Rang. Dabei wird auch deutlich: Viele Blitzer stehen nicht immer dort, wo auch tatsächlich Unfallschwerpunkte sind. 

Der Blitzatlas 2017

Nach fünf Jahren hat der Autoclub "Mobil in Deutschland" wieder einen Blitzatlas für die Republik veröffentlicht. Fokus der Atlas auf die Städte München, Berlin und erstmals auch für Hamburg und Köln. Insgesamt 56.326 Blitzerdaten stecken in der ausführlichen Auswertung. Dabei flossen die Blitzer-Meldungen vom 1. Januar bis zum 17. Oktober 2017 aus der Community ein. 23.269 Blitzer wurden in dem erfassten Zeitraum für Berlin notiert, 3.491 Blitzer für München, 7.160 für Köln und 10.832 Blitzer für Hamburg. Hochgerechnet auf ein gesamtes Jahr kommt man zu folgenden Ergebnissen:

In Berlin wird durchschnittlich
pro Tag 80 Mal,
pro Woche 563 Mal,
pro Monat 2.441 Mal und
29.287 Mal pro Jahr geblitzt.

In Hamburg wird durchschnittlich
pro Tag 37 Mal,
pro Woche 262 Mal,
pro Monat 1.136 Mal und
13.634 Mal pro Jahr geblitzt.

In Köln wird durchschnittlich
pro Tag 25 Mal,
pro Woche 173 Mal,
pro Monat 751 Mal und
9.011 Mal pro Jahr geblitzt.

In München wird durchschnittlich
pro Tag 12 Mal,
pro Woche 85 Mal,
pro Monat 366 Mal und
4.394 Mal pro Jahr geblitzt.

Wo stehen die Blitzer?

In einem zweiten Schritt fragt die Studie danach, ob die Blitzer auch tatsächlich dort stehen, wo die meisten Unfälle passieren. "Tatsächlich dort, wo nachweislich vermehrt Unfälle passieren und verhindert werden können, oder eher auf Straßen, die möglichst viele Autofahrer in die Radarfalle locken, um die klammen Kassen zu füllen?", so die Autoren zu ihrer Studie. Dazu wurden in der Studie jeweils die Top 10 Blitzerstraßen mit den Top 10 Unfallstraßen in den einzelnen Städten verglichen.

Top-Blitzmeilen & Top-Unfallstraßen für Hamburg

"In Hamburg blitzt es am häufigsten in der Cuxhavener Straße mit 316 Blitzern pro Jahr und der Bergedorfer Straße mit insgesamt 254 Blitzern im Jahr. Auch die Kieler Straße auf Platz 3 und die Bramfelder Chaussee auf Platz 4 werden jeweils mehr als 200 Mal im Jahr für Radarkontrollen genutzt. Leider hat die Polizei Hamburg uns die Daten der Hauptunfallstraßen nicht zur Verfügung gestellt. Aus 'grundsätzlichen Erwägungen' wie es offiziell heißt aus Polizeipressestelle Hamburg. Nur welche Kriterien werden in der norddeutschen Metropole für die Standortwahl von Radarkontrollen tatsächlich herangezogen? Vielleicht Russisch Roulette? Oder blitzt man dort, wo die meisten Autos fahren? Oder vielleicht auf Zuruf der Anwohner? Schade, Hamburg.

Fazit: Leider lassen sich für Hamburg keine Rückschlüsse auf die Grundsätze der Blitzermethodik ziehen. Zwar blitzt es in Hamburg an allen Ecken und Enden blitzt, aber ob das ausschließlich an Unfallschwerpunkten geschieht, ist sehr zweifelhaft. Weil es kein System gibt, sondern offenbar nur wirtschaftlichen Interessen, bekommt Hamburg daher die Note 6 (UNGENÜGEND)."

Blitzatlas 2017

Gesamtfazit für Deutschland

Über 56.000 mobile Blitzer gibt es pro Jahr in den untersuchten Städten, was für Gesamtdeutschland 500.000 Blitzer bedeutet. Geht man davon aus, dass pro Blitzer 20 bis 25 Autofahrer geblitzt werden und das Bußgeld im Schnitt bei 50 Euro liegt, zahlen Deutschlands Autofahrer pro Jahr rund 1 Milliarde Euro durch mobile Radarfallen. "Und in erster Linie auf Straßen, in denen es nachweislich nicht um Sicherheit geht", so die Macher der Studie. "Auch wenn wir in unserem Blitzatlas durchaus positive und erfreuliche Überschneidungen zwischen Häufigkeit von Blitzern und Anzahl der Verkehrsunfälle ausmachen konnten, dienen Radarkontrollen eben immer noch untergeordnet der Sicherheit von Verkehrsteilnehmer. Am Beispiel Berlin wird das besonders deutlich: Es geht hier um sehr viel Geld und Zusatzeinnahmen für den Haushalt der oft nahezu bankrotten Städte."

(san)

comments powered by Disqus